Auch AfD-Kandidat Holm macht Wahlkampf auf Simson-Moped
Für viele Ostdeutsche sind Simson-Mopeds mit schönen Jugenderinnerungen verbunden. Das nutzt die AfD für ihre Landtagswahlkämpfe. Die Zweitakter hinterlassen eine blaue Wolke, die nicht gut riecht.
Der AfD-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, fährt auf einem Simson-Moped „S51“.Danny Gohlke/dpa
© Danny Gohlke/dpa
Mit einer Moped-Ausfahrt durch Westmecklenburg hat der AfD-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Schwerin Wahlkampf gemacht. Zusammen mit rund 40 Anhängern seiner Partei brach Leif-Erik Holm (56) auf einer Simson S51 von Wittenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim) zu einer Fahrt nach Grevesmühlen auf.
Bereits Ende Juli hatte der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, eine solche Moped-Ausfahrt in Quedlinburg gemacht. Zu der Veranstaltung mit Zweirädern der DDR-Marke Simson waren nach Angaben der Polizei rund 1.500 Menschen gekommen. Auch Holm war nach eigenen Angaben dabei.
Simson-Mopeds sind Kult
Die einst im thüringischen Suhl produzierten Modelle „Schwalbe“, „Star“ oder „S50“ sind bei vielen Jugendlichen Kult und stehen für ostdeutsches Lebensgefühl und Mobilität. „Der Kern ist, dass das ein Gefühl von Freiheit ist“, sagte Holm. Die Mobilität sei auch heute ein wichtiges Thema in einem Flächenland.
Die überwiegend männlichen und älteren Teilnehmer, einige von ihnen auch auf modernen Motorrädern, fuhren in Wittenburg mit Partei- und Deutschlandfahnen los. Die Zweitakt-Oldtimer hinterließen eine blaue Wolke aus beißenden Abgasen.
AfD laut Umfrage in MV bei 36 Prozent
Am 20. September sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Nach einer Insa-Umfrage von Mitte August führt die AfD mit 36 Prozent vor der SPD (29 Prozent) und der Linken (11 Prozent). In den Landtag würden der Umfrage zufolge auch CDU (10 Prozent) und Grüne (5 Prozent) einziehen.
In Sachsen-Anhalt wird am bereits kommenden Sonntag (6. September) ein neuer Landtag gewählt. Dort liegt die AfD der jüngsten Umfrage zufolge bei 40 Prozent, die CDU bei 23. Da laut den Ergebnissen neben AfD und CDU auch Linke, SPD und Grüne ins Parlament einziehen würden, würde die AfD ihr Ziel einer Alleinregierung nicht erreichen.
Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. In Mecklenburg-Vorpommern ist das nicht der Fall.