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Archäologie digital: Auf Schatzsuche mit dem Handy

Keramikscherben, Grabhügel und Co.: Wer in Bayern mit dem Handy auf Schatzsuche gehen will, braucht jetzt nur noch eine App. Wie das funktioniert und was das bringen soll.

20.04.2026

Eine App soll es künftig in Bayern leichter machen, archäologische Funde an die Behörden zu melden.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Eine App soll es künftig in Bayern leichter machen, archäologische Funde an die Behörden zu melden.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

© Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Hobby-Archäologie in Bayern wird jetzt digital - mit einer App und einer speziellen Software. „Ehrenamtliche können ihre Funde digital erfassen und melden – unkompliziert, effizient und praxisnah“, sagte Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) über den ArchaeoSurveyTracker, kurz Astracker. Bayern ist nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD) das erste Bundesland, das so eine Möglichkeit anbietet.

„Vom Acker in die App“

Astracker richtet sich dem Landesamt zufolge an Hobbyarchäologen, die auf Erkundungsgängen unterwegs sind, um historisch bedeutsame Orte zu suchen, die im Boden verborgen sind. Zu finden gibt es etwa Hinweise auf Grabhügel oder Wallanlagen oder auch mal Keramikscherben auf einem Feld. „Vom Acker in die App“, kommentierte deshalb Minister Blume. Das sei unkompliziert, effizient und praxisnah und sei nicht nur ein Gewinn für die Aktiven, sondern auch für die Forschung.

Keramikfunde zählen ebenso dazu, wie etwa Hinweise auf Grabhügel oder Wallanlagen. (Illustration)Matthias Balk/dpa

Keramikfunde zählen ebenso dazu, wie etwa Hinweise auf Grabhügel oder Wallanlagen. (Illustration)Matthias Balk/dpa

© Matthias Balk/dpa

Mit der App können Ehrenamtliche die exakte geografische Lage ihrer Funde erfassen und später am Computer alles mit Hilfe der Software verwalten, auswerten und das Landesamt informieren. Mühsames Zusammenstellen von Daten, Koordinaten und Karten bis hin zum Ausdrucken und Scannen eines analogen Meldeformulars gehörten der Vergangenheit an, so das Landesamt.

App soll junge Menschen locken

Die Gesellschaft für Archäologie in Bayern mit rund 3.000 Mitgliedern hat die Entwicklung von Astracker begleitet, nicht ganz uneigennützig. Die Hoffnung: dass der Technologieschub die Archäologie auch für Jüngere attraktiv macht. Auch im Archäologiestudium soll die App helfen. Man werde sie künftig bei Geländepraktika einsetzen, heißt es von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die ebenfalls beteiligt war. 

In gängigen App-Shops ist Astracker allerdings nicht verfügbar. Wer mitmachen will, muss sich beim Landesamt registrieren und bekommt dann einen Zugang.