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Arbeitslosigkeit steigt – Junge Menschen besonders betroffen

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt steigt weiter. Besonders eine Altersgruppe ist betroffen – und auch zwischen Berufen und Regionen zeigen sich deutliche Unterschiede.

28.08.2026

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist im August weiter gestiegen. (Symbolbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist im August weiter gestiegen. (Symbolbild) Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt hat im August weiter zugenommen. 90.709 Menschen waren arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren 793 Menschen oder 0,9 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 1.596 Menschen oder 1,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,0 Prozent gelegen.

Viele junge Menschen suchen Arbeit

Besonders deutlich nahm die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zu. Knapp 11.000 Arbeitslose waren jünger als 25 Jahre - 708 mehr als im Juli und gut 1.000 mehr als vor einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 6,9 beziehungsweise 10,4 Prozent. Bei den unter 20-Jährigen erhöhte sich die Zahl binnen eines Monats sogar um knapp ein Viertel. 

Die Regionaldirektion führt das vor allem auf das Ende des Schul- und Ausbildungsjahres zurück. Viele junge Menschen suchten in dieser Übergangszeit zunächst eine Beschäftigung. Besonders schwierig sei die Situation für Jugendliche ohne Schul- oder Berufsabschluss. 

Schwache Konjunktur hinterlässt Spuren

Die Entwicklung ist allerdings nicht nur saisonal bedingt. Auch nach Herausrechnung solcher Schwankungen stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juli um 900 Menschen. Darin zeigt sich nach Einschätzung der Regionaldirektion auch die schwache Konjunktur. 

Im August schafften 4.638 Arbeitslose den Sprung in eine Beschäftigung. Das waren gut acht Prozent weniger als vor einem Jahr. Zugleich arbeiteten im Juni nach vorläufigen Angaben rund 782.600 Menschen sozialversicherungspflichtig im Land - 5.700 weniger als im Vorjahresmonat. 

Jobchancen unterscheiden sich deutlich

Für Arbeitssuchende ist das Bild gemischt. Die Unternehmen meldeten im August 3.506 neue Stellen. Das waren zwar 13 Prozent weniger als im besonders starken Juli, aber zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren 16.647 offene Stellen registriert - rund zehn Prozent weniger als im August 2025. 

Die Aussichten unterscheiden sich je nach Beruf deutlich. Vergleichsweise günstig war das Verhältnis zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen etwa in der Fertigung und im Gesundheitsbereich. Wesentlich größer war die Konkurrenz unter anderem in Sicherheits-, Gartenbau- und Reinigungsberufen.

Auch regional gibt es große Unterschiede: In der Börde lag die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent. Halle und Mansfeld-Südharz verzeichneten mit jeweils 10,3 Prozent die höchsten Werte im Land.