Arbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht finanzierbar
Die Arbeitgeber im Nordosten sehen die ÖPNV-Warnstreiks vor allem als Aktion der Verdi-Bundesleitung, die sich aber auch in MV auswirkten. Die zentrale Tarifforderung sei unrealistisch.
Auch in Schwerin blieben die Straßenbahnen wegen der Warnstreiks im Depot. Philip Dulian/dpa
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Die kommunalen Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern haben anlässlich der Warnstreiks im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erneut die Gewerkschaftsforderung nach einer Absenkung der Wochenarbeitszeit zurückgewiesen. Eine Reduzierung von 39 auf 35 Wochenarbeitsstunden bei vollem Lohnausgleich entspräche elf Prozent Entgelderhöhung, sagte Carola Freier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Mecklenburg-Vorpommern (KAV). Das sei nicht finanzierbar.
Die aktuellen Warnstreiks seien bundesweit organisiert und eindeutig eine Aktion der Verdi-Bundesleitung. Das betreffe zwar auch Mecklenburg-Vorpommern. „Aber die Gründe und Ursachen für den Warnstreik liegen nicht in unserem eigentlichen Verhandlungsverlauf“, sagte Freier der Deutschen Presse-Agentur.
Wegen des eintägigen Warnstreiks blieben heute früh landesweit Busse und Straßenbahnen in den Depots. Verdi schätzte, dass rund 80 Prozent des ÖPNV betroffen sind. Die dritte Verhandlungsrunde für den Nordosten ist für den 16. Februar in Rostock geplant. In MV sind 2.800 Beschäftigte von den Tarifverhandlungen betroffen.