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Anzeigen und Haftbefehle: Einsatz gegen Sozialkriminalität

Rund 300 Kontrolleure nehmen hessenweit den Missbrauch von Sozialleistungen ins Visier - und werden fündig. Was sagt Innenminister Poseck zu Schwarzarbeit und Geldwäsche?

06.07.2026

Auch Steuerfahnder beteiligen sich an hessenweiten Kontrollen im Kampf gegen Sozialkriminalität. (Symbolbild)Boris Roessler/dpa

Auch Steuerfahnder beteiligen sich an hessenweiten Kontrollen im Kampf gegen Sozialkriminalität. (Symbolbild)Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Zwei Haftbefehle, viele Anzeigen und sichergestellte Vermögenswerte von insgesamt rund 95.000 Euro sind die Bilanz einer hessischen Aktionswoche gegen den Missbrauch staatlicher Leistungen. Insgesamt etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden, Gewerbe- und Ordnungsämtern, Steuerfahndung und Jobcentern schwärmten landesweit zu Kontrollen aus, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. 

Die Vorwürfe reichten von Sozialleistungsbetrug, Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit bis hin zu Geldwäsche. In Frankfurt etwa wurden nach den Angaben mehrere Verdachtsfälle von Schwarzarbeit und unrechtmäßigem Leistungsbezug aufgedeckt.

„Kein Kavaliersdelikt“

Innenminister Roman Poseck (CDU) mahnte: „Wer sich Sozialleistungen erschleicht, betrügt uns alle. Jeder Euro, der zu Unrecht in kriminelle Taschen fließt, fehlt bei den Familien, den Rentnern und den Menschen, die ohne eigenes Verschulden auf die Solidarität der Gemeinschaft angewiesen sind.“ Sozialkriminalität ist laut Poseck kein Kavaliersdelikt.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden dem Innenministerium zufolge 2025 hessenweit 642 Fälle von Sozialleistungsbetrug erfasst. „Dabei handelt es sich um das Hellfeld, es ist von einem deutlich größeren Dunkelfeld auszugehen“, hieß es.