Anschlag auf Stromnetz – Ermittlungen dauern an
Nach dem Brandanschlag – mutmaßlich von Linksextremisten – fiel bei eisiger Kälte im Südwesten Berlins tagelang der Strom aus. Eine Belohnung in Millionenhöhe soll zu den Tätern führen. Gelingt das?
100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe waren teils tagelang ohne Strom gewesen. (Archivbild) Michael Kappeler/dpa
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Ein halbes Jahr nach dem tagelangen Stromausfall im Südwesten Berlins dauern die Ermittlungen an. Weitere Angaben dazu machte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe auf Anfrage nicht.
Um Hinweise zu den Tätern des mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags auf das Stromnetz in Berlin zu bekommen, hatten die Ermittler eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. Ende Februar war die Frist dafür ausgelaufen. Von einem Fahndungserfolg der Polizei ist bislang nichts bekannt.
Zuletzt war die Rede von einer dreistelligen Zahl an Hinweisen. Noch sind nicht alle ausgewertet, laut Bundesanwaltschaft waren aber viele unbrauchbar. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen zu dem Stromausfall am 3. Januar übernommen, weil von einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke durch Linksextremisten ausgegangen wird.
„Vulkangruppe“ im Visier
Die Tat wird sogenannten Vulkangruppen angelastet, gegen die die Behörde in Karlsruhe auch wegen anderer Sabotageaktionen ermittelt. „Bislang können wir nicht eindeutig sagen, ob es sich um eine fest umrissene Gruppe handelt oder um eine Art Label, unter dem sich unterschiedliche „Vulkangruppen“ für Einzelaktionen zusammenfinden“, so Generalbundesanwalt Jens Rommel vor rund zwei Wochen beim Jahrespressegespräch.
Wegen des mutmaßlichen linksextremistischen Hintergrunds hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. (Symbolbild)Christoph Schmidt/dpa
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Eine Aufklärung der Taten ist aus Sicht der Bundesanwaltschaft schwierig. Die Infrastruktur in Deutschland biete eine breite Angriffsfläche, bei der mit recht geringem Aufwand ein hoher Schaden angerichtet werden könne, so Rommel. „Zudem gehen die Täter konspirativ vor und ihr Vorgehen hinterlässt nur wenige Spuren.“
Am 3. Januar war es im Südwesten Berlins nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke zu dem bislang längsten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte gekommen. 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe waren teils tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt.