Angeklagter gesteht Tötung von Geschäftspartner
Ein Mann wird in Babenhausen erstochen. Ein 37-Jähriger ist wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Er bestreitet einen Vorsatz.
Streifenwagen standen vor dem Gebäude, und Polizeikräfte waren auf dem Gang vor dem Sitzungsaal. (Symbolbild)Michael Brandt/dpa
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Ein 37 Jahre alter Mann hat vor dem Darmstädter Landgericht gestanden, einen Geschäftspartner in Babenhausen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Tat vom 12. Februar als heimtückischen Mord angeklagt, der bei einem Autohaus auf einem Parkplatz begangen wurde.
Laut Staatsanwalt hatte sich der Angeklagte vor einer Autofahrt mit dem 27-Jährigen mit Messern bewaffnet. Als der sein Auto einparkte, habe der 37-Jährige vom Beifahrersitz aus vier Mal in den Halsbereich gestochen, so der Staatsanwalt. Danach sei der Angeklagte ausgestiegen und habe durch die geöffnete Fahrertür noch zweimal auf den Rücken des Fahrers so heftig eingestochen, das die 20 Zentimeter lange Klinge zerbrach.
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Gericht
In der Erklärung des Angeklagten, die einer seiner Verteidiger verlas, widersprach der Deutsche dem Mordvorwurf. „Ich hatte keinen Entschluss gefasst, zu töten“, so der 37-Jährige. Als sein Geschäftspartner einparkte, habe er Angst bekommen und ihm das Messer vorgehalten. Beim folgenden Gerangel habe er in Halsrichtung gestochen. Er habe die Kontrolle über die Situation verloren und panisch gehandelt.
Der Angeklagte beschrieb, dass er mit dem Getöteten Immobilienkredite gegen Provision vermittelt habe. Dabei hätten sie auch mit gefälschten Unterlagen gearbeitet. Wegen Rückforderungen seien sie aber in Schwierigkeiten geraten. Der Jüngere habe sich zehntausende Euro zu hohen Zinssätzen geliehen, er habe Goldschmuck seiner Frau und sein Auto verpfändet. Am Tattag habe der andere Mann ihn im Auto zu Geldverleihern mitgenommen, weswegen er zwei Messer zum Selbstschutz eingepackt habe.
Im Gericht galten am ersten Verhandlungstag verschärfte Sicherheitsauflagen. Streifenwagen standen vor dem Gebäude, und Polizeikräfte waren auf dem Gang vor dem Sitzungsaal. Zuschauer mussten zwei Kontrollstellen passieren sowie Feuerzeuge und Deosprays abgeben. Der Vater des Getöteten schilderte in seiner Zeugenaussage, dass es in der Nacht vor dem Prozess vor seiner Haustür gebrannt habe, was seine Ehefrau rechtzeitig bemerkt habe.
Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.