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Almbauern kämpfen mit Bürokratie und Klimawandel

Wolf, Geld, Trockenheit: Umgeben von Bergen konnten Almwirte mehreren Ministern aus Land und Bund ihre Sorgen benennen. Um diese Themen ging es bei der Hauptalmbegehung.

05.08.2026

Mit Panoramablick wurde über die Almwirtschaft diskutiert. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mit Panoramablick wurde über die Almwirtschaft diskutiert. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Almwirte in Oberbayern sind zufrieden mit dem Vorstoß von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) zum Wolfabschuss. Trotzdem wird weiter über das Thema diskutiert. Etwa, wie im alpinen Raum mit dem Tier umgegangen werden soll. Lösungen fehlen auch in einem anderen Bereich: Die Trockenheit, die den Almwirten große Probleme bereitet.

Bei der Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern wurde gewandert und diskutiert. Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich, darunter Anwohner des oberbayerischen Alpenraums, Almbauern und Almbäuerinnen, Almpersonal und Politiker - unter ihnen der Bundeslandwirtschaftsminister und mehrere Minister aus Bayern. 

Die Almwirte forderten unter anderem Bürokratie-Entlastungen und einen Schutz ihres Viehs vor dem Wolf. Zudem legten sie dar, weshalb finanzielle Förderungen und Entlastungen dringend nötig seien. 

Den Wolf abschießen?

Er ist und bleibt Thema: der Wolf. Zwar wurde er im Frühjahr ins Jagdgesetz aufgenommen und sein Abschuss erleichtert, dennoch wurde das Wolfsmanagement bei dem Termin weiter diskutiert. Die Almwirte fordern den Schutz ihres Viehs. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), will, „dass wir zumindest dann den Abschuss freigeben, wenn Viecher auf der Weide sind. Da müsste doch jeder gesunde Menschenverstand ausreichen, dass man sagt, dieses Gebiet ist nicht schützbar, dort rennt der Wolf rum zwischen den Rindern“.

Die Weidetierhalter und der ländliche Raum erwarteten zu Recht, dass ein Wolfsmanagement nicht nur auf dem Papier existiere, sondern vor Ort funktioniere, sagte Aiwanger. In Weidegebieten, die nicht durch Zäune vor dem Wolf geschützt werden können, sei der Abschuss politisch bereits möglich.
Ein flächendeckender Herdenschutz durch Zäune sei auf Almen jedoch „weder praktikabel noch möglich“. Deshalb brauche es ein Wolfsmanagement, das den besonderen Gegebenheiten der Almwirtschaft Rechnung trage, so der Wirtschaftsminister.

Bundeslandwirtschaftsminister Rainer sagte: „Mir war es wichtig, dass wir in unserem Rahmen im Bundesjagdgesetz den Wolf verankert haben.“ Dafür gab es bei der Hauptalmbegehung auch viel Lob.

Man wolle den Wolf nicht ausrotten, sagte Rainer. Aber er habe auch mit Landwirten gesprochen und es gebe nicht wenige, sondern sehr, sehr viele Wölfe. Wie man das konkret handhabe, wolle er aber den Ländern überlassen.

Mehr Geld, weniger Bürokratie

Ein weiterer Hebel, mit dem die Politik das Leben der Almwirte erleichtern will, ist der Bürokratieabbau. Bayerns Landwirtschaftsministerin, Michaela Kaniber (CSU), versprach den Almwirten, man werde bei der Agrarminister-Konferenz „mit dem Alois Rainer ordentlich verhandeln, damit wir zur nächsten Düngesaison keinen bürokratischen Aufwand mehr haben“. Zuletzt gab es Klagen bayerischer Landwirte wegen komplizierter Dünge-Auflagen. 

Was die anwesenden Almbauern auch wiederholt betonten: Sie brauchen Geld. Rainer sagte, er wolle sich für sie auf EU-Ebene einsetzen. Mit Blick auf den EU-Haushalt für die kommenden Jahre sagte der Minister: „Ich bin auch guter Dinge, dass es keine Kürzungen gibt.“ Er wolle zudem penibel darauf schauen, dass es bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) weniger Bürokratie gibt. 

Kaniber betonte, der Freistaat stehe an der Seite der Almwirte. Einsparungen kämen für sie in diesem Bereich nicht infrage. Über das Bayerische Bergbauernprogramm seien seit Jahresbeginn bereits mehr als 3,3 Millionen Euro bewilligt worden. 

Hitze und Trockenheiten belasten die Almwirtschaft

Ein besonderer Schwerpunkt des Förderprogramms sei die Wasserversorgung. Investitionen in die Wasserversorgung auf Almen fördere der Freistaat mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro, hieß es vonseiten des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. 

Das sei dringend nötig, meinen die Almwirte. „Ich kann es nicht regnen lassen“, sagte Rainer am Rande des Termins. „Man sieht gerade im Sommer, dass der Klimawandel schon natürlich ein Thema ist, der die Landwirtschaft beschäftigt, der auch uns beschäftigt.“ Man beobachte dies als Ministerium „auch mit unseren Forschungseinrichtungen“, und versuche, „da die eine oder andere Hilfe auch herauszuarbeiten“, so der Minister.

Auch Kaniber adressierte die Trockenheit: „Wenn schon zu Beginn des Sommers Wasser für die Tiere auf den Berg gefahren werden muss, zeigt das, wie dringend Investitionen in eine verlässliche Versorgung sind.“ Aiwanger appellierte an alle, noch besser aufzupassen, um Wälder vor Brandgefahr zu schützen.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer war bei der Hauptalmbegehung dabei.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer war bei der Hauptalmbegehung dabei.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gehörte ebenfalls zu den Teilnehmern.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gehörte ebenfalls zu den Teilnehmern.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer rastete neben drei Hirtenjungen.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer rastete neben drei Hirtenjungen.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Zahlreiche Menschen nehmen an der Hauptalmbegehung teil.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Zahlreiche Menschen nehmen an der Hauptalmbegehung teil.Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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