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Alkohol, Drogen oder beides - und dann auf den E-Scooter

E-Scooter-Fahrer, die sich kaum auf den Beinen halten können. Drogentests, die auf fast alle Substanzen anschlagen. Ein Autorennen mit 200 km/h. Eine große Polizeikontrolle bringt Bedenkliches zutage.

03.08.2026

Die Polizei erwischte zahlreiche Verkehrssünder - viele von ihnen waren mit E-Scooter unterwegs. (Symbolbild)Jan Woitas/dpa

Die Polizei erwischte zahlreiche Verkehrssünder - viele von ihnen waren mit E-Scooter unterwegs. (Symbolbild)Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Manche konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten, flitzten aber dennoch mit ihrem E-Scooter durch die Gegend: Bei einer großangelegten Polizeikontrolle in Hannover haben die Beamten Hunderte Fahrzeuge überprüft und in fast jedem sechsten Fall die Weiterfahrt untersagt. Mehr als jeder zehnte Kontrollierte war unter Alkoholeinfluss mit dem Auto oder E-Scooter unterwegs, teilte die Polizei danach mit. Die Beamten aus der niedersächsischen Hauptstadt hatten für die Kontrollen am Wochenende Unterstützung von Kollegen aus elf Bundesländern, der Schweiz und Österreich angefordert.

Ob Alkohol, Drogen oder überfahrene rote Ampeln, ob Handy- oder Gurtverstöße: „Die Gesamtbilanz der zweitägigen Kontrollmaßnahme verdeutlicht die Notwendigkeit des behördlichen Einschreitens“, konstatierte die Polizei. Ein weiteres Problem: Es werde immer wieder festgestellt, dass E-Scooter von vielen Nutzerinnen und Nutzern fälschlicherweise nicht als vollwertige Kraftfahrzeuge wahrgenommen werden.

33 Mal Alkohol- und Drogeneinfluss 

Den Angaben zufolge wurden insgesamt 1.150 Fahrzeuge überprüft. Bei 88 Autofahrern und 78 E-Scooter-Fahrern - also 166 Verkehrsteilnehmern - wurde ein Atemalkoholwert über 0,5 Promille gemessen. In 33 Fällen lag ein laut Polizei hochgefährlicher Mischkonsum aus Alkohol und Drogen vor. 190 Mal wurde die Weiterfahrt untersagt. 

„Viele Fahrzeugführer versuchten sich zudem durch Flucht den Kontrollen zu entziehen, insbesondere bei den E-Scooter-Fahrern endete dieser Versuch in den meisten Fällen dennoch bei einer Blutentnahme durch den Polizeiarzt“, heißt es in der Bilanz.

Wiederholt wurden den Angaben zufolge Alkoholwerte von weit über 1,1 Promille sowie der gleichzeitige Konsum mehrerer harter Drogen gemessen. „Einige Personen waren kaum noch in der Lage, sich auf den Beinen zu halten, nahmen aber aktiv mit E-Scootern am Straßenverkehr teil“, schilderte die Polizei.

Mit 2,84 Promille auf E-Scooter

Bei einem 32-jährigen E-Scooter-Fahrer schlugen die Vortests auf „nahezu die gesamte Palette testbarer Substanzen“ an, darunter THC, Kokain, Methamphetamin, Amphetamin, Opiate sowie Alkohol. Der höchste Alkoholwert wurde bei einem 27-jährigen E-Scooter-Fahrer gemessen: 2,84 Promille. Von Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeiten sei praktisch nichts mehr zu erkennen gewesen, hieß es. 

Und: „Dass Drogen im Straßenverkehr keine Frage des Alters sind, bewies eine 66-jährige Autofahrerin, deren Vortest positiv auf Kokain und THC anschlug, woraufhin ihre Weiterfahrt gestoppt und eine Blutentnahme angeordnet wurde.“

Haftbefehle, Raser, Rotlicht ignoriert

Zudem vollstreckte die Polizei zwei offene Haftbefehle, leitete zwei Verfahren wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen und 21 Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein. „Auf dem Westschnellweg im Bereich Stöcken lieferten sich zwei Pkw ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Geschwindigkeiten nahe 200 km/h, wobei ein Fahrzeug gestoppt werden konnte und die Ermittlungen zum zweiten Kennzeichen andauern“, berichteten die Beamten.

Zudem wurden 205 Geschwindigkeitsverstöße registriert, von denen 29 so gravierend waren, dass sie ein Fahrverbot nach sich ziehen. Geahndet wurden auch 31 Fälle verbotener Handynutzung, 46 Gurtverstöße, sieben Rotlichtvergehen und sechs Verstöße im Bereich der Tuning- und Poserszene.

Mann unter Drogen schon polizeibekannt

Ein Autofahrer habe sämtliche Anhaltesignale missachtet und sei davongerast, dabei sei es mehrfach beinahe zu Unfällen gekommen. Der mutmaßliche Fahrer wurde im Nachgang ermittelt. In einem weiteren Fall erkannte ein Polizeibeamter einen Fahrer wieder, den er bereits im vergangenen Jahr wegen einer Drogenfahrt kontrolliert hatte. „Auch dieses Mal bestätigte ein Test den Verdacht auf eine Beeinflussung durch berauschende Mittel.“