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AfD-Spitzenkandidat Schult will Fraktionschef Kramer ablösen

Machtkampf bei der AfD: Enrico Schult will Nicolaus Kramer als Fraktionschef im Schweriner Landtag abwählen – und selbst an die Spitze rücken.

18.02.2026

Wird AfD-Landeschef Enrico Schult (hinten) den Fraktionsvorsitzenden Nikolaus Kramer (vorne) ablösen? (Archivbild)Jens Büttner/dpa

Wird AfD-Landeschef Enrico Schult (hinten) den Fraktionsvorsitzenden Nikolaus Kramer (vorne) ablösen? (Archivbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

Der AfD-Fraktionschef im Landtag, Nikolaus Kramer, könnte kommende Woche abgewählt werden. Fünf der 13 Fraktionsmitglieder beantragten eine Sondersitzung für nächsten Mittwoch. Das geht aus dem Antrag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Als einziger Tagesordnungspunkt ist darin die Abberufung von Kramer genannt. Für eine Abwahl ist nach Angaben der Fraktion eine Zweidrittelmehrheit nötig. Zu den Antragstellern gehört unter anderem der AfD-Landesvorsitzende Enrico Schult. Er ist zugleich der Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Herbst. 

In dem Antrag steht: „Wir stehen vor einer entscheidenden Wahl im kommenden Herbst und müssen alle Weichen auf Erfolg stellen. Dazu gehört auch die Fokussierung auf die beiden von der Landespartei bestimmten Spitzenkandidaten.“ Während Schult die Landesliste führt, kandidiert der Co-AfD-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm für das Amt des Ministerpräsidenten. Es sei folgerichtig, den Fraktionsvorsitz für die verbleibenden fünf Monate dieser Legislatur auf Schult zu übertragen, heißt es in dem Antrag weiter. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Kramer zuversichtlich

Bei einem Parteitag im Januar in Neubrandenburg hatte sich Schult im Kampf um Platz 1 der Landesliste gegen Kramer deutlich durchgesetzt. Kramer reagierte selbstsicher auf den Antrag. „Ich bin zuversichtlich, dass mir die Fraktion in der nächsten Woche abermals das Vertrauen ausspricht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ein solcher Antrag sei laut Geschäftsordnung zulässig. Er bezweifle aber, dass dies die nötige Ruhe und Fokussierung in die Landtagswahlkampagne bringe.

In der Partei hatte es zuletzt immer wieder Spannungen gegeben. Die Landesgeschäftsführerin Janine Korth wurde entlassen, wie Holm am Dienstag bestätigte. Laut NDR wehrt sich Korth gegen die Kündigung. Zudem gibt es in der AfD Kritik an der Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl. „Es gibt ein Schreiben eines Mitglieds an den Landeswahlleiter, der Kritik an der Aufstellungsversammlung äußert“, so Holm.