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AfD-Abgeordnete sagt eigene Veranstaltung mit Sellner ab

Der Rechtsextremist Martin Sellner sollte mit AfD-Politikern in Brandenburg auftreten. Die AfD-Spitze interveniert. Nun sagt die Landtagsabgeordnete Kotré den Termin ab – es gibt aber einen neuen.

16.01.2026

Der Rechtsextremist Martin Sellner war von der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré zu einer Veranstaltung eingeladen worden. (Archivbild)Sebastian Willnow/dpa

Der Rechtsextremist Martin Sellner war von der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Lena Kotré zu einer Veranstaltung eingeladen worden. (Archivbild)Sebastian Willnow/dpa

© Sebastian Willnow/dpa

Die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré hat nach Druck der Parteispitze eine eigene geplante Veranstaltung mit dem Rechtsextremisten Martin Sellner abgesagt. Allerdings gibt es einen zeitgleichen neuen Termin unter Leitung Sellners.

„Ich habe eine wichtige Information bezüglich der Veranstaltung am 22.01.2026 in Luckenwalde. Diese ist hiermit abgesagt“, schrieb Kotré auf X. „Ich wurde jedoch zwischenzeitlich von Martin Sellner auf seine eigene Veranstaltung in Süd-Brandenburg eingeladen“, schrieb die AfD-Politikerin. „Seine Veranstaltung findet zufällig ebenfalls am Donnerstag, dem 22.01.2026 um 19:00 Uhr statt, wer sich also für meine Veranstaltung Zeit frei genommen hat, hat hier direkt eine Möglichkeit, sowohl mich als auch Herrn Sellner persönlich kennenzulernen.“ Sellner schrieb bei X, der genaue Ort sei noch unklar. Kotré ist auf einem Bild zu der Veranstaltung mit ihm gemeinsam abgebildet. 

Kotré hatte bei X für den 22. Januar einen Vortrag mit dem Titel „Remigration in Theorie und Praxis“ in Luckenwalde in Brandenburg mit Sellner angekündigt. Als Teilnehmer waren sie selbst und ihr Mann, der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, aufgeführt.

AfD-Spitze interveniert

Die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie Brandenburgs AfD-Landeschef René Springer forderten, den Termin zu stoppen. Der Verfassungsschutz stuft die Identitäre Bewegung als rechtsextremistisch ein. Sellner ist der frühere Kopf der Identitären Bewegung in Österreich. 

Die gemeinnützige Rechercheplattform „Correctiv“ hatte 2024 über ein Treffen rechter Kreise in Potsdam berichtet. In die Schlagzeilen geriet das Treffen unter anderem wegen des Begriffs „Remigration“, den Sellner nach eigenen Angaben in Potsdam verwendet hatte. Wenn Rechtsextremisten den Begriff verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll – auch unter Zwang.