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„Absolutes Traumtraumtraumtor“: Kehl herzt Kohfeldt

Bei Elversberg spielt Darmstadt nicht wie ein Zweitliga-Letzter, sondern wie ein abgezocktes Topteam. Zum goldenen Wechsel wird Trainer Kohfeldt gezwungen.

28.10.2026

Joker Kehl bedankt sich bei Trainer Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

Joker Kehl bedankt sich bei Trainer Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

An diesem Abend hatte der SV Darmstadt 98 sogar dem FC Bayern und Bayer Leverkusen etwas voraus. Der Zweitliga-Letzte schaffte in der unbequemen Mini-Arena in Spiesen-Elversberg etwas, was den Spitzenclubs in der Fußball-Bundesliga verwehrt blieb: ein Spiel zu null. „Man kann sich vorstellen, dass ich sehr glücklich über unser Weiterkommen bin. Das war ein Sieg der Leidenschaft“, sagte der stolze Trainer Florian Kohfeldt.

Kohfeldt: „Wegen Verletzungen reingerutscht“

Das 2:0 (1:0) bei der SV Elversberg, die auch im neunten Anlauf die zweite DFB-Pokalrunde nicht meistern konnte, war nicht nur ein Sieg der Leidenschaft, sondern auch einer der brutalen Effizienz. Und ein Sieg des goldenen Händchens, zu dem der zuletzt kritisierte Kohfeldt gezwungen wurde. Weil der junge Nicolas Verkooijen früh verletzt raus musste, wechselte Kohfeldt Lars Kehl ein - und damit den Sieg.

Kehls Freistoß der Marke Tor des Monats in der 6. Minute ebnete den Weg für Darmstadt vierten Achtelfinal-Einzug in fünf Jahren. „Es war ein absolutes Traumtraumtraumtor von Lars, für den ich mich sehr freue, weil er die letzten Monate nicht so viel gespielt hat. Heute ist er wegen mehreren Verletzungen reingerutscht, so ehrlich muss man sein“, sagte Kohfeldt über Kehl.

Der eingewechselte Lars Kehl feiert seinen Treffer mit Trainer Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

Der eingewechselte Lars Kehl feiert seinen Treffer mit Trainer Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Kehl spricht von „Statement“

Der Joker schlenzte den Ball perfekt in den Winkel und startete im Anschluss zum Jubellauf, der in den Armen von Trainer Kohfeldt endete. „Er ist einfach ein super Charakter“, sagte der Coach über seinen Profi. Auch Kehl war von dem herbstlichen Pokalabend angetan. „In der Situation, in der wir uns gerade befinden, gegen Elversberg zu null zu gewinnen, das ist ein Statement“, sagte der Mittelfeldspieler.

Denn: Darmstadt liegt mit gerade einmal acht Punkten auf Platz 18 der 2. Liga. Die Lage ist so prekär, dass Präsident Markus Pfitzner vor einer Woche bei der Mitgliederversammlung demonstrativ sein „vollstes“ Vertrauen in Kohfeldt und den sportlichen Leiter Paul Fernie offenbarte. „Es ist unsere Aufgabe als Präsidium und Geschäftsführung, hier Ruhe zu bewahren“, stellte Pfitzner klar.

Erleichtert nach dem 2:0: Florian Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

Erleichtert nach dem 2:0: Florian Kohfeldt.Uwe Anspach/dpa

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Elversberg und der Pokal

Für Elversberg bleibt nicht viel Zeit, das Pokal-Aus zu verdauen - schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) wartet der FSV Mainz 05 auf den Aufsteiger, der seine volle Kraft der Mission Bundesliga-Verbleib widmen kann. „Darmstadt war on point da. Wir waren nicht so weit weg von einer guten Leistung, vor allem bis zur 75. Minute. Wir haben zwei kleine inhaltliche Fehler gemacht, die wurden brutal bestraft“, sagte Cheftrainer Vincent Wagner.

Sein Team hatte 26:7 Torschüsse, 18:2 Ecken und 74 Prozent Ballbesitz - aber schoss kein einziges Tor. Dass Darmstadt einiges an Glück hatte, bezweifelte Kohfeldt nicht. „Ich möchte damit schließen, dass die inhaltlich bessere Mannschaft ohne jeden Zweifel die SV Elversberg war“, sagte der Trainer. Er sehe sie „unglaublich gerne“ in der Bundesliga. Im Pokal aber dürfen Kohfeldts Lilien statt Elversberg weitermachen.

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