dpa

Absenderin der verschollenen Flaschenpost: „kaum zu glauben“

Vor 68 Jahren warf eine Schiffsköchin ihre Flaschenpost in den Rhein – jetzt wurde sie entdeckt. Wie reagiert die nun Anfang 90 Jahre alte Absenderin?

30.07.2026

Erst Jahrzehnte später wurde die Flasche bei Bauarbeiten entdeckt.Jan Zimmer/dpa

Erst Jahrzehnte später wurde die Flasche bei Bauarbeiten entdeckt.Jan Zimmer/dpa

© Jan Zimmer/dpa

Für die Absenderin der vor kurzem im Rhein bei Oberwesel entdeckten Flaschenpost ist der Fund „kaum zu glauben“. Das sagte die Anfang-90-Jährige dem Bürgermeister von Oberwesel, Jan Zimmer (CDU), zufolge bei einem Besuch in der Eifel. „Nach fast 70 Jahren eine Flaschenpost zu finden, die noch vollkommen unversehrt ist, ist fast kaum zu glauben“, sagte sie demnach. Bei dem Treffen hielt sie den Brief nach all den Jahren wieder in den Händen. 

Vor 68 Jahren hatte sie die Botschaft in den Fluss geworfen, nun wurde die Flasche samt Inhalt bei Bauarbeiten entdeckt. Um das Rätsel um die Identität der Absenderin zu lösen, leistete Zimmer geradezu Detektivarbeit – mit Erfolg.

In der auf Französisch verfassten Nachricht wünscht sich die Unterzeichnerin Brieffreunde.Jan Zimmer/dpa

In der auf Französisch verfassten Nachricht wünscht sich die Unterzeichnerin Brieffreunde.Jan Zimmer/dpa

© Jan Zimmer/dpa

Mal etwas Schönes

Die Frau sei damals Schiffsköchin auf der MS „Drachenfels“ gewesen, einem Schiff, dass zwischen Koblenz und Mainz pendelte, sagte Zimmer. Das passt zu der Nachricht aus der Flasche: Sie war auf die Rückseite einer Schiffsspeisekarte von 1958 geschrieben worden. Die Botschaft handelt vom Wunsch nach Brieffreunden. So richtig erinnern könne sich die Unterzeichnerin allerdings nicht daran. „Es ist schon so lange her“, sagte sie dem Bürgermeister.

Warum gerade diese Geschichte das Interesse vieler Menschen weckt? Die Frau hat eine Vermutung: „Es gibt gerade so viele schlechte Nachrichten, da ist die Geschichte mit der Flaschenpost doch sehr schön.“

Post wird ausgestellt

Beim Besuch des Bürgermeisters durfte sich die Frau ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Zimmer plane, das Original der Flaschenpost im Stadtmuseum in Oberwesel auszustellen. „Dort haben wir als ehemalige Schifferstadt einen ganzen Bereich zum Thema Rheinschifffahrt“, sagte er.