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Abpumpen, schrubben, prüfen – so läuft der Freibad-Start

Bevor Schwimmer ihre Runden drehen und Kinder planschen können, steht jede Menge schweißtreibende Handarbeit an. Was alles passieren muss, bevor Freibäder öffnen können.

05.04.2026

Im Sommerbad Humboldthain liegt Laub im Schwimmbecken. (Archivbild)Christophe Gateau/dpa

Im Sommerbad Humboldthain liegt Laub im Schwimmbecken. (Archivbild)Christophe Gateau/dpa

© Christophe Gateau/dpa

Das Wetter zeigt sich in diesen Tagen wechselhaft. Doch wenn die Sonne sich blicken lässt, ist ihre Kraft bereits spürbar. Den ein oder anderen könnte es da ins Wasser ziehen. Schwimmen in den Berliner Freibädern klappt allerdings noch nicht - auch wenn dort die Vorbereitungen zur Eröffnung auf Hochtouren laufen. Doch bei höheren Temperaturen spontan öffnen, funktioniert nicht. Die Berliner Bäder-Betriebe erklären warum: 

Was passiert nach dem Winter? 

Das Wasser bleibt in den Wintermonaten in den Becken, um die Fliesen vor Frostschäden zu schützen. Ein Kunststoffpuffer am Rand soll verhindern, dass zugefrorenes Wasser an die Fliesen gedrückt wird und diese beschädigt. 

Bereits seit einigen Tagen wird die trübe Brühe nun abgelassen. Dann werden die Becken geputzt - das erfolgt größtenteils von Hand. Im Fall des Sommerbades Humboldthain übernimmt das die Badleiterin Diana Reimann mit ihrem kleinen Team. Es wird geschrubbt und gekärchert, also mit dem Hochdruckreiniger gesäubert. Während an der einen Seite des insgesamt zwei Millionen Liter fassenden Beckens das Wasser noch abgelassen wird, werden die freien Fliesen bereits von Algen, Kalk und Dreck entfernt. 

Allein das Abpumpen des Wassers dauert etwa eine Woche. Der letzte Rest des Wassers samt Dreck kann nicht abgepumpt werden. Der Matsch muss von Hand ausgeschöpft werden. 

Was passiert, wenn das Becken leer ist? 

Nach etwa zwei Wochen des Schrubbens beginnt eine akribische Bestandsaufnahme der Fliesen. Jedes Jahr werden mehrere Hundert ausgetauscht, damit sich niemand verletzt. Nach strengem Frost wie in diesem Winter rechnet Badleiterin Reimann mit einem größeren Schaden. 

Erst wenn die Temperaturen dauerhaft im Plusbereich liegen, können die Schäden auch tatsächlich behoben werden. Parallel werden Leitungen sowie Düsen überprüft und gereinigt, bevor dann schließlich wieder Wasser in das Becken gelassen werden kann. Durch die Zugabe von Chlor verwandelt die Wasseraufbereitung das Nass in das typisch blaue Poolwasser. 

Kann das Bad dann sofort öffnen? 

Nein. Das Gesundheitsamt muss zunächst grünes Licht geben. Dafür werden Wasserproben genommen, wie die Sprecherin der Bäder-Betriebe, Claudia Blankennagel erklärt. Auch Toiletten und Duschbereiche werden kontrolliert - etwa auf Legionellen, die sich in Duschen und Wasserhähnen ansammeln können. 

Zudem gibt es jeweils einen Ortstermin mit dem TÜV, der überprüft, ob Springtürme und Rutschen in Ordnung sind, und die Geräte auf den Spielplätzen unter die Lupe nimmt. „Vor der Öffnung kommen dann noch Polizisten des Abschnitts, und wir besprechen die Situation“, erklärt Badleiterin Reimann. Dazu gehören auch Absprachen mit dem Sicherheitsdienst. 

Wann startet die Saison? 

Zunächst öffnen laut Bäder-Betriebe am 1. Mai das Sommerbad Kreuzberg, das Strandbad Wannsee und das Kombibad in der Seestraße. Rund um Pfingsten sollen weitere folgen, Anfang Juni sollen dann alle Freibäder offen sein. Anders als im vergangenen Jahr soll das Wasser auch bei kühlen Außentemperaturen zum Schwimmen einladen: Laut Bäder-Betriebe soll eine Temperatur bei 22 Grad gehalten werden in den Becken, wo es eine Heizung gibt.

Arne Wagenknecht, Rettungsschwimmer und Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe, reinigt die Fliesen im Schwimmbecken. (Archivbild)Christophe Gateau/dpa

Arne Wagenknecht, Rettungsschwimmer und Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe, reinigt die Fliesen im Schwimmbecken. (Archivbild)Christophe Gateau/dpa

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Diana Reimann, Badleiterin vom Sommerbad Humboldthain der Berliner Bäder-Betriebe, reinigt die Fliesen im Schwimmbecken. (Archivbild) Christophe Gateau/dpa

Diana Reimann, Badleiterin vom Sommerbad Humboldthain der Berliner Bäder-Betriebe, reinigt die Fliesen im Schwimmbecken. (Archivbild) Christophe Gateau/dpa

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Arne Wagenknecht, Rettungsschwimmer und Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe, arbeitet im Schwimmbecken. (Archivbild) Christophe Gateau/dpa

Arne Wagenknecht, Rettungsschwimmer und Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe, arbeitet im Schwimmbecken. (Archivbild) Christophe Gateau/dpa

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