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Abgeschobene Gaza-Aktivisten zurück in Deutschland

Als Aktivisten versuchen, über das Meer den Gaza-Streifen zu erreichen, werden sie von Israel festgenommen. Danach berichten einige von Misshandlungen. Nun sind einige zurück in Deutschland.

23.05.2026

Die Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte, Uwe Sander und Nesrin Zeaiter, kamen mit einem Flieger aus Istanbul zurück nach Deutschland. Moritz Frankenberg/dpa

Die Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte, Uwe Sander und Nesrin Zeaiter, kamen mit einem Flieger aus Istanbul zurück nach Deutschland. Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Zwei von Israel in die Türkei abgeschobene Aktivisten einer Gaza-Hilfsflotte sind nach Deutschland zurückgekehrt. Unterstützer begrüßten die Aktivistin Nesrin Zeaiter und den Aktivisten Uwe Sander am Flughafen Hannover-Langenhagen mit „Free Palestine“-Rufen. Die beiden waren laut der Organisation Global Sumud Flotilla (GSF) Teil der Hilfsflotte, die Anfang der Woche von der israelischen Marine in internationalen Gewässern gestoppt wurde. Die Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens brechen - Israel setzte sie aber fest und schob sie in die Türkei ab. 

Die Organisation Global Sumud Deutschland teilte mit, dass Aktivisten der Hilfsflotte nach Festnahmen von Misshandlungen, Übergriffen und Folter durch israelische Sicherheitskräfte berichteten. Zeaiter soll etwa geschlagen, von Hunden gebissen und mit Messerstichen verletzt worden sein. Auch das Auswärtige Amt hatte am Freitag bestätigt, dass Aktivisten aus Deutschland verletzt wurden. Ein Sprecher bekräftigte die Kritik der Bundesregierung an einer „erniedrigenden Behandlung“ der Festgenommenen in Israel.

Aktivisten schildern Übergriffe

Zeaiter sagte nach ihrer Ankunft in Hannover vor Journalisten, Aktivisten der Flotte seien gefoltert worden. „Ich wurde von der ersten Sekunde blind gemacht.“ Ihr seien Augenbinden übergezogen und ihre Hände gefesselt worden. Als sie auf ein israelisches Boot gebracht wurde, sei sie dann von Soldaten verprügelt und erniedrigt worden. 

Sander schilderte, dass sein Boot mit Hilfsgütern für Gaza von israelischen Streitkräften mit Gummigeschossen beschossen wurde. Vier Soldaten seien an Bord gekommen und hätten sowohl das Schiff als auch die sieben Passagiere gekidnappt. Auch er sei danach getreten und geschlagen worden. 

Unterstützer der Aktivisten warteten am Flughafen auf sie.Moritz Frankenberg/dpa

Unterstützer der Aktivisten warteten am Flughafen auf sie.Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Rund 430 Aktivisten mit mehr als 50 Booten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen, um nach eigenen Angaben Hilfsgüter für die Palästinenser in den Gazastreifen zu bringen. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“.

Auswärtiges Amt: „unsägliches Verhalten“

Global Sumud Deutschland teilte auf Anfrage mit, andere Aktivisten seien bereits nach Deutschland zurückkehrt, weitere würden in den nächsten Tagen zurückerwartet. Die Organisation fordert eine Aufklärung der Geschehnisse.

Die Bundesregierung hatte am Freitag Israel deutlich kritisiert. „Das ist aus unserer Sicht einfach ein unsägliches Verhalten“, hatte der Sprecher des Auswärtigen Amts gesagt. Für das Auswärtige Amt habe eine menschenwürdige Behandlung der eigenen Staatsangehörigen „absolute Priorität“, sagte er. „Und dazu gehört vor allem die körperliche Unversehrtheit. Und in diesem Zusammenhang erwarten wir natürlich auch Aufklärung, denn die Vorwürfe, die da zum Teil im Raum stehen, sind gravierend.“