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AOK: Rückgang bei Verordnungen gegen Kopfläuse

Kopfläuse sind lästig, aber ungefährlich – doch schnelles Handeln ist wichtig. Was die AOK und das RKI für betroffene Familien empfehlen.

21.04.2026

Die AOK registrierte weniger Verordnungen von Mitteln gegen Läusebefall.Patrick Pleul/dpa

Die AOK registrierte weniger Verordnungen von Mitteln gegen Läusebefall.Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Die AOK NordWest registriert einen Rückgang beim Kopfläuse-Befall in Schleswig-Holstein. Die Krankenkasse zählte im vergangenen Jahr Verordnungen von niedergelassenen Ärzten über 3.609 Packungen Anti-Läuse-Mittel. Das war ein Minus von 9,7 Prozent im Vergleich zu 2024, wie die AOK mitteilte.

Kopfläuse werden den Angaben zufolge fast ausschließlich durch direkten Kopfkontakt übertragen. Daher seien besonders Kita- und Grundschulkinder betroffen, so AOK-Chef Tom Ackermann. Es bestehe kein Grund zur Panik. „Dennoch sollten sie schnell behandelt werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden.“

Kopfläuse übertragen keine gefährlichen Krankheiten

Kopfläuse seien lästig, aber ungefährlich. Sie übertragen keine gefährlichen Krankheiten. Es handelt sich um ein zwei bis drei Millimeter großes Insekt, das im Kopfhaar des Menschen lebt und sich von Blut ernährt. Der Parasit bringt beim Stich in die Kopfhaut Speichel in die Wunde ein, der starken Juckreiz verursacht. Die weiblichen Tiere heften kleine ovale Eier nahe der Kopfhaut an die Haare. Sie benutzen dabei einen Klebstoff, der nicht wasserlöslich ist – durch Haarewaschen seien die Eier daher nicht zu entfernen.

Schulklassen und Kindergärten sind besonders betroffen

Kopfläuse leben nach Angaben der AOK vor allem in Kinderhaaren. Da sie weder springen noch fliegen können, müssen sie von einem Kopf auf den anderen krabbeln. Eine Übertragung erfolge hauptsächlich, wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken. So seien besonders Schulklassen und Kindergartengruppen betroffen. Denn Kinder haben dort den ganzen Tag über engen Kontakt beim Spielen in der Gruppe oder auf dem Pausenhof. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt den Angaben zufolge als Therapie eine Kombination aus wiederholten Behandlungen mit geeigneten abtötenden Mitteln und häufigem Auskämmen. In der Apotheke gebe es verschiedene Produkte. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Hausmittel wirken nicht und können gefährlich sein

Die AOK rät vom Versuch ab, Läuse und Eier mit heißer Luft abzutöten, da dies die Kopfhaut erheblich schädigen kann. Auch Hausmittel wie Essigwasser seien ungeeignet. Als unterstützende Maßnahmen könnten laut RKI Kämme, Haarbürsten, -spangen und -gummis in heißer Seifenlauge gereinigt werden. Wäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche und Handtücher sollten gewechselt, Kopfbedeckungen, Schals und andere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, für drei Tage luftdicht in einer Plastiktüte verpackt werden. 

Bei einem Läusebefall ist es wichtig, die Schule oder Kita sofort zu informieren, wenn ein Kind betroffen ist.