ADAC-Test: Mainzer Haltestellen oft nicht barrierefrei
Wie steht es um die Barrierefreiheit an Mainzer Haltestellen? Der ADAC nennt konkrete Schwachstellen und fordert Verbesserungen – auch beim Zugang für Rollstuhlfahrende und blinde Menschen.
Bei der Barrierefreiheit im ÖPNV in Mainz gibt es noch einiges zu verbessern. (Symbolbild)Helmut Fricke/dpa
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Bei einem bundesweiten Test des ADAC zur Barrierefreiheit des öffentlichen Personennahverkehrs zeigt sich für Mainz ein zwiespältiges Bild: An allen untersuchten Bus- und Straßenbahnhaltesteigen sind digitale Fahrgastinformationen mit akustischer Ausgabe sowie Leitstreifen an den Bordkanten installiert. Verbesserungsbedürftig sind jedoch insbesondere der Einstieg in Busse und der Verlauf von Fahrradwegen, wie der ADAC Mittelrhein mitteilte.
Für das problemlose Einsteigen in den Bus - auch für Rollstuhlfahrende - sollte der Abstand zwischen Fahrzeug und Bordstein maximal fünf Zentimeter betragen. Diesen Wert verfehlten die in Mainz zwischen Juli und August vergangenen Jahres getesteten Busse. Besonders viel Nachholbedarf besteht demnach an der Haltestelle Höfchen/Listmann (Höfchen/Staatstheater) in der Mainzer Innenstadt: Dort wurde ein 26 Zentimeter breiter und 22 Zentimeter hoher Spalt gemessen.
Zu wenige Auffindstreifen
Eine weitere Herausforderung für blinde Menschen: Das bloße Finden der Haltestelle. In Mainz verfügten laut ADAC nur 20 Prozent der getesteten Haltesteige über Auffindstreifen, die mit dem Langstock sicher zur Haltestelle führen. Gemeinsam mit Magdeburg bildet Mainz damit das Schlusslicht des bundesweiten Tests, bei dem insgesamt 150 Bus- und Straßenbahnhaltesteige in zehn deutschen Städten getestet wurden.
Gefährlich sind nach Angaben des ADAC darüber hinaus die Radwege, die in Mainz häufig durch die Haltestellenbereiche verlaufen. An den Haltestellen selbst fallen zusätzliche Hindernisse wie Kopfsteinpflaster, fehlende Leitstreifen und zu starke Neigungen der Haltesteige auf.
Gute digitale Fahrgastinformationen
Immerhin: An allen zehn getesteten Haltesteigen sind Infotaster installiert, über die Fahrgäste akustische Informationen zu den nächsten Abfahrten abrufen können. Auch gab es fast überall Sitzgelegenheiten - jedoch nur bei 70 Prozent mit Rückenlehnen. Ebenfalls fehlten laut ADAC an allen Sitzbänken Armlehnen, die älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen das Hinsetzen und Aufstehen deutlich erleichtern.
Insgesamt könne man in Mainz - und bundesweit - zwar Fortschritte im Hinblick auf die Barrierefreiheit verbuchen. Nach wie vor gebe es aber noch „erheblichen Handlungsbedarf“, teilte der ADAC mit.