3:0 bei Union: Kampfstarke Dortmunder nutzen Bayern-Patzer
Im unangenehmen Spiel bei Union überzeugen die Dortmunder mit den Grundtugenden - anders als in der Champions League unter der Woche. Vor dem Tor sind die Borussen eiskalt.
Nico Schlotterbeck bejubelt seinen Kopfballtreffer zum 2:0.Soeren Stache/dpa
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Borussia Dortmund hat den überraschenden Bundesliga-Patzer der Bayern ausgenutzt und den Rückstand auf den Tabellenführer zumindest etwas verkürzt. Der BVB gewann vier Tage nach der Champions-League-Pleite bei Tottenham mit 3:0 (1:0) beim 1. FC Union Berlin und liegt nun acht Punkte hinter München auf Platz zwei. Anders als in London zeigten die Dortmunder in Berlin-Köpenick bei Minusgraden von Beginn an eine kämpferische Leistung, auch wenn spielerisch Luft nach oben blieb.
Schlotterbeck wittert kleine Titelchance
„Natürlich sind die Bayern zurzeit fast unschlagbar. Jetzt haben sie heute mal so ein bisschen vielleicht einen Zentimeter weniger gemacht als sonst. Wir haben drei Punkte aufgeholt, das ist gut“, sagte Torschütze Nico Schlotterbeck bei Sky: „Ich will einfach nicht, dass es im März entschieden ist. Da heißt es, so lang wie möglich dranzubleiben.“
Vor 22.012 Fans im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erzielte BVB-Kapitän Emre Can per Foulelfmeter (10. Minute) die Führung. Der Ex-Unioner Schlotterbeck (53.) erhöhte nach dem Seitenwechsel auf 2:0. Maximilian Beier (84.) stellte den Endstand her.
Der Ruhrgebietsclub ist seit zwölf Liga-Spielen ungeschlagen. Trainer Niko Kovac hatte aber die Titelchancen gegen die Bayern, die durch das 1:2 gegen den FC Augsburg ihre erste Saisonniederlage in der Liga kassierten, zuletzt für minimal erklärt.
Für Union gab es nach fünf Spielen mal wieder eine Niederlage. Die Berliner warten weiter auf den ersten Sieg in diesem Jahr, liegen aber komfortabel im Mittelfeld der Tabelle.
Union feiert sich selbst
Der insbesondere in der ersten Halbzeit blutleere Auftritt in London am Dienstag hatte beim BVB die Mentalitätsdebatte wieder aufleben lassen, die unter Kovac eigentlich schon ad acta gelegt schien. Der 54-Jährige forderte von seinem Team, in Berlin die Grundtugenden wie Laufbereitschaft und Zweikampfhärte abzurufen. „Erst dann kommt der Fußball“, sagte Kovac. Die Dortmunder nahmen das von Kovac erwartete Kampfspiel an, ohne dabei spielerisch zu glänzen.
Union ging angesichts der Tabellensituation ungleich befreiter in das Spiel. Unter der Woche hatte der Club seinen 60. Geburtstag zelebriert - samt Live-Vertragsverlängerung von Kapitän Christopher Trimmel. Vor dem Spiel feierten die Fans ihren Verein mit einer spektakulären Choreografie und Pyrotechnik. „Man sieht, was hier los ist“, sagte Schlotterbeck: „Ich wünsche dem Verein alles Gute.“
Guirassy holt Elfer raus, Can verwandelt
Die erste Chance hatten die Hausherren. Nach einem Freistoß kam Union-Stürmer Andrej Ilic aus kurzer Distanz an den Ball, konnte BVB-Keeper Gregor Kobel mit seinem Kopfball aber nicht in Bedrängnis bringen (6.).
Kurz darauf war Serhou Guirassy, der sich mit etwas Glück durchgesetzt hatte, im Strafraum kurz vor Union-Torwart Frederik Rönnow am Ball und wurde vom Dänen zu Fall gebracht. Can verwandelte seinen 12. Strafstoß in der Bundesliga zur Führung.
Standards machen den Unterschied aus
Es war zunächst eine temporeiche Partie mit Chancen für beide Teams. Nach einem frühen Ballgewinn konnten drei Borussen aus guten Positionen nicht für ein weiteres Tor sorgen (18.). Union war wie üblich bei Standards, die der BVB häufig verursachte, besonders gefährlich. Diogo Leite scheiterte mit einem Kopfball nach einer Ecke (28.).
Dafür schlug der BVB nach dem Seitenwechsel durch einen ruhenden Ball zu: Nach einer Ecke von Julian Ryerson, der ebenfalls mal bei Union unter Vertrag stand, köpfte Schlotterbeck den Ball ins Tor. Danach beschränkte sich Dortmund vor allem aufs Verteidigen des eigenen Tores. Union fiel offensiv nur wenig Kreatives ein. Nach Beiers Tor zum 3:0 war das Spiel praktisch entschieden.
Emre Can (l) jubelt über seinen Treffer zum 1:0.Soeren Stache/dpa
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Viel Kampf bei Union gegen Dortmund.Soeren Stache/dpa
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Trainer des BVB: Niko Kovac Soeren Stache/dpa
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