dpa

25.000 Ehrenamtliche nutzen Vergünstigungen – neue Anbieter

Sie helfen als Trainer im Sportverein, sind aktiv im Naturschutz oder engagieren sich in der Kirchgemeinde: Viele Menschen in Sachsen sind neben Beruf und Familie ehrenamtlich aktiv.

07.08.2026

Viele Sachsen engagieren sich im Ehrenamt. Dafür können sie unter bestimmen Voraussetzungen Vergünstigungen erhalten – fortan auch beim Gaststättenbesuch. Jasmin Beisiegel/dpa

Viele Sachsen engagieren sich im Ehrenamt. Dafür können sie unter bestimmen Voraussetzungen Vergünstigungen erhalten – fortan auch beim Gaststättenbesuch. Jasmin Beisiegel/dpa

© Jasmin Beisiegel/dpa

Tausende Menschen in Sachsen profitieren von Vergünstigungen als Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement. Die Ehrenamtskarte in der aktuell sechsten Auflage sei bisher an rund 25.000 Ehrenamtliche in Sachsen ausgegeben worden, informiert das Sozialministerium auf dpa-Anfrage. Mit der Karte, die es seit Februar auch per App gibt, können sie bei mehr als 240 Anbietern Rabatte bekommen, die sich den Angaben zufolge in der Regel zwischen 10 und 50 Prozent bewegen. 

Dazu gehören Museen wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Archäologiemuseum in Chemnitz, Theater wie das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz und die Landesbühnen Sachsen, aber auch Freibäder sowie einige Geschäfte. Fortan beteiligen sich auch Restaurants in Sachsen, wie der Branchenverband Dehoga informierte. Den Anfang machen drei Gaststätten in Dresden und Leipzig, weitere sollen hinzukommen. 

Ehrenamtliches Engagement als Kitt der Gesellschaft

„Ehrenamt ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, konstatiert Sachsens Dehoga-Präsident Jens Dzurny. „Viele Millionen Stunden freiwilligen Engagements lassen sich weder bezahlen noch ersetzen. Menschen übernehmen Verantwortung, helfen anderen und halten unsere Gemeinschaft lebendig.“ Dafür wolle die Gastronomie Danke sagen.

Auch Staatssekretärin Dagmar Neukirch würdigt den Einsatz der Ehrenamtlichen, die jeden Tag Außergewöhnliches leisteten. Durch die bundesweite Vernetzung des Dehoga könnten sie künftig auch jenseits der Landesgrenze Vergünstigungen nutzen. 

Ausweitung macht die Karte attraktiver

Eine, die die Ehrenamtskarte seit einigen Jahren nutzt, ist Monika Nicklisch. Sie engagiert sich im Nachtcafé der Kirchgemeinde in Dresden-Loschwitz. Dort erhalten wohnungslose Menschen in der kalten Jahreszeit Hilfe. Sie nutze die Karte vor allem für Museums- und Kinobesuche, erzählt sie und wünscht sich, dass Akzeptanzstellen vor Ort stärker auf mögliche Vergünstigungen durch die Karte aufmerksam machen.

Er sei kein großer Museumsgänger, bekennt Lukas Keller, der sich in einem Sportverein engagiert. Daher sei die Ehrenamtskarte für ihn bisher nicht sehr attraktiv gewesen. Die Ausweitung auf die Gastronomie bewertet er deswegen positiv. So könnte die Karte in Zukunft gerade für junge Menschen attraktiver werden, sagt er. 

Karte als Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

„Die größte Nachfrage besteht aktuell bei staatlichen/kommunalen Kultureinrichtungen, Museen, Freizeitbädern und touristischen Angeboten“, heißt es aus dem Ministerium, nach der Hitliste der Angebote gefragt. Die Karte selbst gibt es den Angaben zufolge seit 2010. In der aktuellen Auflage ist sie drei Jahre lang bis Ende 2027 gültig. Sie ist gedacht als Anerkennung für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. 

Und das sind ziemlich viele. Laut 6. Deutschen Freiwilligensurvey ist in Sachsen mehr als jeder Dritte (35,2 Prozent) im Ehrenamt aktiv. Um in den Genuss der Ehrenamtskarte zu kommen, gibt es einige Kriterien. Der Inhaber der Karte muss mindestens 14 Jahre alt sein, sich im Schnitt drei Stunden pro Woche engagieren und das bereits seit mindestens zwei Jahren. Dafür braucht es eine Bestätigung des jeweiligen Trägers – etwa Verein oder Kirchgemeinde.