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230 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seit Monaten vermisst

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit 230 Menschen vermisst, nach denen seit mindestens drei Monaten gesucht wird. Der älteste Fall reicht mehr als 55 Jahre zurück.

05.09.2026

230 Menschen aus MV gelten als langzeitvermisst. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

230 Menschen aus MV gelten als langzeitvermisst. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa

© Jens Büttner/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern gelten derzeit 230 Menschen als Langzeitvermisste. Das teilte das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Als langzeitvermisst gilt demnach eine Person, nach der länger als drei Monate gesucht wird. Der älteste noch erfasste Fall stammt vom 19. August 1970.

Aus den 1970er Jahren gelten den Angaben zufolge noch 26 Menschen als vermisst, aus den 1980er Jahren 25 und aus den 1990er Jahren 31. Seit dem Jahr 2000 kamen demnach 148 weitere Fälle hinzu. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 2. September 2026.

Vermisste nicht zwangsläufig Gewaltopfer

Laut LKA ist nicht bei allen Langzeitvermissten davon auszugehen, dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind. Dies hänge von den Umständen des Verschwindens und den Ergebnissen der jeweiligen Ermittlungen ab. Immer wieder würden auch Menschen nach Jahren wiedergefunden. So sei in einem Fall eine als Minderjährige vermisste Person Jahre später in einem anderen Land festgestellt worden. Sie habe dort bereits längere Zeit gelebt und keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie aufnehmen wollen.

Die große Mehrheit der Vermisstenfälle in Mecklenburg-Vorpommern erledigt sich den Angaben zufolge innerhalb kurzer Zeit. Rund 95 Prozent der Fälle seien sogenannte Kurzzeitvermisste, darunter häufig minderjährige Dauerausreißer. Viele Vermisstenfahndungen könnten bereits nach wenigen Stunden oder Tagen gelöscht werden, wenn die betreffende Person wiedergefunden werde.