WM 2026

2:3 gegen die Türkei: Co-Gastgeber USA verliert erstmals

Sportlich gab es für die USA nichts zu verlieren und die Türkei nichts zu gewinnen. Doch für den Co-Gastgeber setzt es in der Generalprobe vor der K.o.-Runde einen unerwarteten Dämpfer.

26.06.2026

Arda Güler leitete die Aufholjagd der Türkei ein.Marcio J. Sanchez/AP/dpa

Arda Güler leitete die Aufholjagd der Türkei ein.Marcio J. Sanchez/AP/dpa

© Marcio J. Sanchez/AP/dpa

Co-Gastgeber USA hat im letzten Gruppenspiel mit einer B-Elf einen ersten Stimmungsdämpfer bei der Fußball-WM kassiert. Das Team von Trainer Mauricio Pochettino verlor in Inglewood bei Los Angeles mit 2:3 (1:2) gegen die Türkei und verspielte dabei auch eine Führung. Das späte Siegtor schoss der ehemalige Schalker Kaan Ayhan in der achten Minute der Nachspielzeit.

Dabei hatten die USA mit dem 1:0 durch Auston Trusty schon in der 3. Minute einen perfekten Start erwischt. Sebastian Berhalter gelang später das 2:2 (49.). Arda Güler (10.) und Orkun Kökcü (31.) hatten die Partie vor der Pause schon mal gedreht. 

Schon vor dem Anpfiff im Los-Angeles-Stadion hatten die USA Rang eins der Gruppe und ein Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina sicher. Die Türkei hatte ergebnisabhängig keine Chance mehr, den letzten Platz zu verlassen, verabschiedet sich aber zumindest mit einem Erfolg von dem Turnier. Sie hatte zuvor gegen Australien (0:2) und Paraguay (0:1) verloren.

Neun Änderungen bei den USA, sieben bei der Türkei

Die zahlreichen Stars um Brad Pitt, Ashton Kutcher, Paris Hilton oder Jessica Alba unter den 70.492 Zuschauern - darunter auch der ehemalige DFB-Kapitän Ilkay Gündogan - sahen zwei komplett veränderte Teams. Pochettino veränderte seine erste Elf auf gleich neun Positionen und ermöglichte sogar Torwart Matt Turner den ersten Einsatz. 

Von der großen Rotation profitierten auch die Gladbacher Joe Scally und Giovanni Reyna. Vincenzo Montella nahm bei der Türkei sieben Veränderungen vor, was auch zu den Startelfdebüts für die Bundesliga-Profis-Profi Salih Özcan (Borussia Dortmund) und Ozan Kabak (TSG Hoffenheim) führte.

Trusty (rechts) traf schon nach drei Minuten zum 1:0 für die USA.Marcio J. Sanchez/AP/dpa

Trusty (rechts) traf schon nach drei Minuten zum 1:0 für die USA.Marcio J. Sanchez/AP/dpa

© Marcio J. Sanchez/AP/dpa

US-Defensive überfordert

Wie schon zum Turnierauftakt beim 4:1 gegen Paraguay erwischten die USA einen sehr guten Start und gingen in Führung, noch ehe die Türken das erste Mal in Ballbesitz kamen. Nach der zweiten Ecke der Partie traf Trusty mit einem satten Schuss ins kurze Eck und die Menge im Stadion tobte. 

Die bislang so abschlussschwachen Türken ließen sich davon allerdings nur kurz beeindrucken und zeigten trotz der ebenfalls vielen Änderungen im Team, warum das Duell eigentlich ein Endspiel um Rang eins in der Gruppe hätte sein sollen. Güler vollendete eine tolle Kombination zum Ausgleich, Kökcü drehte die Partie dann komplett. Erneut ging es zu schnell für die US-Defensive. 

Kökcü (rechts) erzielte das zwischenzeitliche 2:1 für die Türkei.Andre Penner/AP/dpa

Kökcü (rechts) erzielte das zwischenzeitliche 2:1 für die Türkei.Andre Penner/AP/dpa

© Andre Penner/AP/dpa

Pulisic zurück, Ayhan trifft spät

Nach dem Seitenwechsel sorgte Berhalter dann erneut für einen idealen Start der Gastgeber und drosch den Ball nach einem Einwurf aus dem Hintergrund zum Ausgleich in die Maschen. Die Heim-Fans, von denen einige zur Pause noch Unmut kundgetan hatten, waren versöhnt - und wurden nochmal richtig laut, als Christian Pulisic in der 58. Minute eingewechselt wurde. 

Der wichtigste Spieler der USA hatte das 2:0 gegen Australien mit einer Wadenverletzung verpasst und sorgte sofort für mehr Schwung im Angriff. Weder in der 62. Minute noch der 63. Minute, als sein Versuch von Ugurcan Cakir noch an den Pfosten gelenkt wurde, durfte er aber über sein erstes Tor in diesem Turnier jubeln. 

Das war dafür Ayhan vergönnt, der in der Nachspielzeit zumindest für einen versöhnlichen Schlusspunkt der türkischen WM-Reise sorgte. Das Sechzehntelfinale der USA gegen Bosnien um Edin Dzeko steigt am 2. Juli (2.00 Uhr/MESZ) in Santa Clara.

Die US-Fans hatten wieder früh einen Grund zum Jubeln.Mark J. Terrill/AP/dpa

Die US-Fans hatten wieder früh einen Grund zum Jubeln.Mark J. Terrill/AP/dpa

© Mark J. Terrill/AP/dpa