22. schwuler Lüneburger Heidekönig stammt aus Ruanda
Seit einem Vierteljahrhundert krönt Lüneburg einen homosexuellen Heidekönig. Nun wurde der neue Monarch gewählt.
Der neue Heidekönig ist Bodenwissenschaftler und Stadtplaner.Georg Wendt/dpa
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Jean Luc Reme Jabiro ist der 22. schwule Heidekönig. Der 31-jährige Bodenwissenschaftler und Stadtplaner setzte sich bei der Wahl im Fürstensaal des historischen Rathauses von Lüneburg gegen den Internetspezialisten René Duchon (32) durch. Der scheidende König Eric Böttcher übergab das Amt an seinen Nachfolger und setzte ihm die Krone auf.
Vom Heideblütenfest in Amelinghausen über Spargel- und Erntedankfeste bis zum Christopher Street Day in Hamburg: Der aus Ruanda stammende neue schwule Heidekönig sagte über sich: „In Lüneburg habe ich eine zweite Heimat gefunden - eine Stadt, die zeigt, wie Vielfalt, Nächstenliebe und Zusammenhalt wirklich aussehen können.“
Der schwule Heidekönig wird die queere Community bei zahlreichen Veranstaltungen repräsentieren. Er wirbt für die Akzeptanz queerer, also nicht-heterosexueller Menschen. Jeder Gast war am Samstag wahlberechtigt.
Gekommen waren auch Gastmajestäten zahlreicher befreundeter „Königshäuser“. Für die Majestäten und ihre Entourage gab es am Nachmittag schon eine Stadtführung durch die Hansestadt sowie Schnittchen und Sekt, sagte Organisator Dirk Ahrens.
Die Ursprünge des Amtes reichen ins Jahr 2000, als die Lüneburger Kampagne „Hin und Wech“ den Titel ins Leben rief. Ziel war es, ein queeres Pendant zu traditionellen Majestäten wie der Heidekönigin aus Amelinghausen zu schaffen und auf die Gefahren von HIV hinzuweisen. Während der Corona-Zeit wurde kein Titel vergeben.