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Verstöße in jeder fünften kontrollierten Nutztierhaltung

Kranke Tiere nicht richtig versorgt, keine gute Futter- und Wasserversorgung: Mängel in Nutztierhaltungen sind weiter ein Thema. Ein Bericht zeigt zudem, was bei Tiertransporten entdeckt wurde.

03.02.2026

Besonders in der Schweine-, Rinder- sowie Schaf- und Ziegenhaltung gibt es laut dem Tierschutzbericht Verbesserungsbedarf. (Symbolbild) Sina Schuldt/dpa

Besonders in der Schweine-, Rinder- sowie Schaf- und Ziegenhaltung gibt es laut dem Tierschutzbericht Verbesserungsbedarf. (Symbolbild) Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

In Sachsen-Anhalt sind zuletzt bei jeder fünften Tierschutzkontrolle in Nutztierhaltungen Mängel entdeckt worden. „In 2.190 Kontrollen von insgesamt 1.681 Nutztierhaltungen wurden Verstöße in 20,6 Prozent der Fälle festgestellt“, teilte das Agrarministerium in Magdeburg zu den Ergebnissen des Tierschutzberichts für das Jahr 2024 mit. In 346 Tierhaltungen seien Verstöße und in 17 sogar schwerwiegendste Verstöße festgestellt worden. In zwölf Fällen waren gerichtliche Maßnahmen vonnöten.

„Die schwerwiegendsten Verstöße wurden vor allem in
Schweine- und Rinderhaltungen sowie Schaf- und Ziegenhaltungen festgestellt“, heißt es im Bericht. Die Verstöße hätten sich vor allem auf die Versorgung und Behandlung kranker und verletzter Tiere bezogen, aber auch auf die angemessene Futter- und Wasserversorgung, die Pflege und Unterbringung sowie ausreichend Personal mit Kenntnissen und Fertigkeiten. Außerdem fehlte geeignetes Beschäftigungsmaterial für Tiere.

23 Tierhaltungsverbote für Nutztiere ausgesprochen

Als Ursachen für die Verstöße werden im Tierschutzbericht etwa mangelnde oder fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten des Personals benannt. Es würden aber auch tierschutzrechtliche Regelungen vorsätzlich oder fahrlässig nicht eingehalten. Zudem sei eine unzureichende finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung der Betriebe die Ursache für die schwerwiegendsten Verstöße.

Dem Bericht nach wurde 2024 in zehn Landkreisen insgesamt 23 Mal ein Tierhaltungsverbot von Nutztieren ausgesprochen. In 8 Fällen betraf das die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere, in vier Fällen die Haltung von Tieren generell, in weiteren die Haltung von Rindern, Geflügel, Schafen oder Schweinen. Verbote für mehrere Tierarten sind möglich.

Tiertransporte: Nabelbrüche bei Schweinen, stundenlange Hitze

2024 wurden den Angaben zufolge zudem 10.240 Tiertransporte kontrolliert, 3,4 Prozent wurden beanstandet. Im Vorjahr hatte die Quote noch bei 6,5 Prozent gelegen bei zusammen 9.311 Tiertransportkontrollen. Der überwiegende Teil der Verstöße bezog sich laut Tierschutzbericht auf die Transportfähigkeit der Tiere. 

Im Bericht heißt es dazu: „87 Schweine litten an hochgradigen Nabelbrüchen und waren aufgrund dessen nicht transportfähig. Zudem erfolgte die Abgabe von 12 Sauen zur Schlachtung im letzten Drittel der Trächtigkeit, es kam
zur Überschreitung der zulässigen Gruppengröße beim Rindertransport und der maximal zulässigen Transportdauer von 4,5 Stunden in den Sommermonaten bei Tagestemperaturen von über 30° Celsius.“ Der Hauptanteil der Transportverstöße wurde bei Schweinen festgestellt. Besonders viele Kontrollen finden bei Schweinen am Schlachthof statt. Bei Geflügeltransporten wurde oft bemängelt, dass es an nötigem Raum fehlte.