100 Jahre alt – Hecke macht Stadtpark-Open-Air einzigartig
Im Hamburger Stadtpark können Musikfans den ganzen Sommer über Konzerte unter freiem Himmel erleben – umgeben von einer historischen Hecke. Warum sie unter Denkmalschutz steht und wer sie pflegt.
Vor 30 Jahren begann Olaf Aderkaß als Praktikant in dem Landschaftsbau-Unternehmen, das heute ihm gehört.Lilli Förter/dpa
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Das Stadtpark-Open-Air gilt als eine der schönsten und grünsten Konzertlocations Deutschlands und verdankt diesen Ruf vor allem ihr: einer sechs Meter hohen Buchenhecke, die eine besondere, intime Atmosphäre zaubert. Kreisförmig umschließt sie das grasbewachsene ansteigende Rondell, auf dem rund 4.000 Musikfans vor der Bühne Platz finden und großen Acts ganz nahe kommen können.
Wie der gesamte Stadtpark steht die Hecke unter Denkmalschutz. Und bedarf besonderer Pflege. „Man kann nicht jeden daran rumschneiden lassen, das machen immer die gleichen Mitarbeiter“, erklärt der Garten- und Landschaftsbauer Olaf Aderkaß. Sein Unternehmen ist seit fünf Jahren mit der Pflege des Stadtparks betraut. Vor 30 Jahren begann Aderkaß seine Karriere als Praktikant in der Firma – seit 10 Jahren ist er der Inhaber.
Die Buchenhecke ist über sechs Meter hoch und mehr als 100 Jahre alt.Lilli Förter/dpa
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Die Buchenhecke im Stadtpark ist für ihn etwas ganz Besonderes: „Das ist hier wie nach Hause kommen“, sagt er und lässt seinen Blick durch die Baumkronen schweifen. „Alter Baumbestand, das ist sehr harmonisch hier, das macht einfach Spaß.“ Zwar kenne auch er Tage, an denen die Arbeit mühsam sei. Die Pflege der Freilichtbühne ist für ihn aber „eigentlich immer ein Highlight“.
Zwei Kriege später
Was die Hecke so besonders macht? Mehr als 100 Jahre habe sie schon auf dem Buckel. „Sie hat zwei Weltkriege überlebt“, sagt Aderkaß. Und sie hat allerlei Witterungsbedingungen überstanden. Mit ihrer beträchtlichen Höhe von mehr als sechs Metern gehöre sie zu Hamburg „wie ein Bauwerk aus Beton und Stein. Hier ist es halt lebende Ware, das macht das Ganze noch ein bisschen sensibler“.
Mit den Arbeiten seien daher jedes Jahr dieselben erfahrenen Mitarbeiter betraut. „Wenn man an der Hecke was verkehrt macht, dann sieht man das. Und weil die Hecke ja sehr alt ist, erholt die sich auch nicht so schnell davon“, erklärt Aderkaß. Sich hier zu verschneiden, wäre „ein mittlerer Versicherungsschaden, da möcht‘ ich gar nicht drüber nachdenken“.
Drei Tage lang sind sechs Mitarbeiter mit der Pflege der Anlage betraut. Lilli Förter/dpa
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Auch die Stadt als Eigentümerin kontrolliere die Arbeiten an den denkmalgeschützten Grünflächen genau: „Wir sind hier schon auf dem Präsentierteller“, sagt der gelernte Landschaftsgärtner.
Obwohl der Sommer bislang sehr trocken ausgefallen sei, befinde sich die Hecke in gutem Zustand. „Sie ist vollflächig grün, das ist das wichtigste“, erklärt der Experte. Durch die lange Standzeit sei die Hecke tief im Boden verwurzelt. So könne sie sich auch in niederschlagsärmeren Perioden mit Wasser und Nährstoffen versorgen.
Zweimal im Jahr kommt der Friseur
Aufgrund der Hitze wurde die Hecke in diesem Jahr später gestutzt als üblich. „Das ist alles Stress für die Pflanze.“ Bei hohen Temperaturen zu schneiden, würde braune Schnittstellen und Blätter verursachen, erklärt Aderkaß.
Zweimal im Jahr kommt sein Team mit Hubsteiger, Scherenbühne, Rosenschere und Astkneifer: Im Sommer wird der ersten Austrieb weggeschnitten, damit die Hecke ordentlich aussieht, erklärt Aderkaß. Nach der letzten Veranstaltung im Herbst geht es dann noch einmal an gröbere Korrekturen, „um halt auch die historische Form beizubehalten“. Dafür müsse die Pflanze in der Vegetationsruhe sein.
Erfahrene Mitarbeiter wie Benny sind mit den Arbeiten an den denkmalgeschützten Grünflächen betraut.Lilli Förter/dpa
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Die Landschaftsbaufirma kümmert sich auch um die Rasenflächen und Bäume im Stadtpark. Besonders der Rasen, auf dem sich das Publikum einfindet, bedürfe besonderer Pflege: „Der hat ja immer ‚ne starke Belastung, da stehen Tausende Leute drauf. Gerade wenns so warm ist, muss man gucken, wies dem geht, ob der mehr Wasser braucht“, erklärt der Garten- und Landschaftsbauer. Die Aufgabe seines Teams sei es dafür zu sorgen, dass der Rasen zum neuen Saisonstart wieder „knackig grün aussieht“.
Die Hecke sei trotz der Hitzeperioden in einem guten Zustand, erklärt Aderkaß.Lilli Förter/dpa
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Programm im grünen Wohnzimmer
Diesen Sommer wird Besucherinnen und Besuchern hinter der Hecke ein Programm mit 41 Veranstaltungen geboten - von Konzerten über Lesungen, Comedy, Chor-Events und Kinder-Shows.
Die historische Freilichtbühne gibt es seit 100 Jahren. Das Stadtpark-Open-Air wird seit 1975 von der Karsten Jahnke Konzertdirektion bespielt. Mehr als 1.300 Shows seien bereits im Stadtpark organisiert worden, sagte ein Sprecher.
Rund 4.000 Gäste finden vor der Freilichtbühne Platz.Lilli Förter/dpa
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