dpa

„Tut unfassbar weh“: Heidenheim steigt aus der Bundesliga ab

Nach drei Jahren ist für Heidenheim Schluss: Die Niederlage gegen Mainz besiegelt den Bundesliga-Abstieg. Die Rheinhessen landen dank einer starken Rückrunde im sicheren Mittelfeld.

16.05.2026

Budu Siwsiwadse und Jan Schöppner steigen mit Heidenheim ab.Jan-Philipp Strobel/dpa

Budu Siwsiwadse und Jan Schöppner steigen mit Heidenheim ab.Jan-Philipp Strobel/dpa

© Jan-Philipp Strobel/dpa

Die Spieler des FSV Mainz 05 standen aufmunternd Spalier, die eigenen Fans spendeten lautstark Trost: Der 1. FC Heidenheim steigt durch eine 0:2 (0:2)-Niederlage nach drei Jahren wieder aus der Fußball-Bundesliga ab. Die Aufholjagd der vergangenen Wochen konnte das Team von Trainer Frank Schmidt vor 15.000 Zuschauern am letzten Spieltag nicht krönen, weil schon in der Anfangsphase alles gegen die Gastgeber lief. 

„Es tut unfassbar weh“, sagte Patrick Mainka. Der Kapitän rang einige Augenblicke nach den richtigen Worten und erklärte spürbar bewegt: „Es ist auch ein ganz komisches Gefühl wegen dieser Euphorie. Die Fans haben das honoriert, was wir in den letzten Wochen gemacht haben. Sie haben gesehen, dass wir alles gegeben haben.“

Phillip Tietz brachte die Rheinhessen, für die es dank einer starken Rückrunde am letzten Spieltag sportlich um nichts mehr ging, in Führung (7. Minute). Nadiem Amiri erhöhte für den Zehnten kurz vor dem Seitenwechsel (43.).

Zu wenig Gegenwehr beim Gegentor

„Es ist ganz wichtig, dass du das richtige Denken hast. Wir freuen uns auf das Spiel und lassen uns nichts anderes einreden“, hatte FCH-Coach Schmidt vor dem Spiel bei Sky erklärt. 

Doch die Vorfreude bekam früh einen Knacks, nachdem Kacper Potulski durch die Heidenheimer Defensive spazierte und Tietz bediente. Der 28-Jährige musste den Ball nur noch über die Linie köpfen. Fünf Minuten später scheiterte der Stürmer an der Latte.

Heidenheim und Frank Feller am Boden.Jan-Philipp Strobel/dpa

Heidenheim und Frank Feller am Boden.Jan-Philipp Strobel/dpa

© Jan-Philipp Strobel/dpa

Aber auch die Heidenheimer näherten sich an: Arijon Ibrahimovic vergab knapp (14.), Marvin Pieringer traf nach einer halben Stunde ebenfalls nur die Latte. Glück hatten die Gastgeber, dass auch Amiri den Ball an den Pfosten setzte (34.). 

Fan-Unterstützung ungebrochen

Wenig später sprach sich das zwischenzeitliche 1:0 des Konkurrenten VfL Wolfsburg herum, obwohl die Spielstände diesmal nicht auf der Anzeigetafel eingeblendet wurden. Wie schon die ganze Saison über konnten sich die Heidenheimer Profis auch diesmal auf ihren Anhang verlassen. Trotz der teils aussichtslosen Situation ließen die Fans ihre Mannschaft nicht hängen, wurden nach dem nächsten Stimmungsdämpfer von Amiri noch lauter.

Kurz nach dem Seitenwechsel forderte Budu Siwsiwadse Elfmeter für den FCH. Doch der Unparteiische Robert Hartmann entschied sich in Absprache mit dem Videoschiedsrichter dagegen. Und auch die Heidenheimer verbuchten ihren zweiten Lattentreffer: per Kopf durch Jan Schöppner (52.). Zwar gaben sich die Schwaben nie auf, doch abrufen konnten sie die Leistungen der Vorwochen an diesem Nachmittag nicht. Auch weil vorn die Effektivität fehlte, Siwsiwadse vergab in aussichtsreicher Situation (79.).

Muss den Abstieg notieren: Frank Schmidt.Jan-Philipp Strobel/dpa

Muss den Abstieg notieren: Frank Schmidt.Jan-Philipp Strobel/dpa

© Jan-Philipp Strobel/dpa

Die Heidenheimer hatten sich schon seit Wochen auf den drohenden Gang zurück in die zweite Liga eingestellt, im packenden Abstiegskampf zuletzt aber Comeback-Qualitäten gezeigt. Mit 12 von 21 möglichen Punkten hatten sie neue Hoffnung geschöpft - inklusive des 3:3 gegen den FC Bayern München. Letztlich war die Negativserie von 15 Spielen ohne Sieg zwischen dem 6. Dezember und dem 11. April aber zu lang.

„Eines kann ich versprechen: Keiner ist zufrieden, weil wir abgestiegen sind“, sagte Schmidt und fügte an: „Am Ende haben wir nur 26 Punkte geholt und sind auch verdient abgestiegen, aber mit Würde.“

Kein gravierender Umbruch

Sportlich dürfte sich der bevorstehende Umbruch in Grenzen halten: Viele Profis haben Verträge für die 2. Bundesliga. Auch Erfolgscoach Schmidt, der am 17. September sein 20-jähriges Jubiläum feiern wird, will seinen noch bis 2027 gültigen Vertrag erfüllen. Der Gesamtetat wird sich jedoch von rund 80 Millionen Euro halbieren.

Nach Highlight-Spielen wie dem 3:2 gegen die Bayern 2024 oder in der Conference League im gleichen Jahr gegen den FC Chelsea aus London verabschiedet sich der Club von der Ostalb erhobenen Hauptes aus der Bundesliga. In der kommenden Spielzeit wird der Verein einen neuen Anlauf nehmen - mit stabilen Strukturen und einem gesunden finanziellen Fundament. Schmidt versprach man werde sich „voller Elan und voller Energie“ der neuen Aufgabe stellen.

Rettung verpasst: Heidenheim muss runter.Jan-Philipp Strobel/dpa

Rettung verpasst: Heidenheim muss runter.Jan-Philipp Strobel/dpa

© Jan-Philipp Strobel/dpa