Bilder und Video: Kanadier holen den (Mini-)WM-Titel zum TSV Raesfeld
Das Team Kanada, vertreten durch die F-Junioren des TSV Raesfeld, holte sich bei der 1. Mini-Weltmeisterschaft der Borkener Zeitung die begehrte Siegertrophäe.
Da war der Jubel groß: Mit einem 3:0-Finalerfolg gegen die Niederlande holte sich Kanada, vertreten durch die F I-Junioren des TSV Raesfeld, den WM-Pokal.
© Dirk Rodenbusch
BORKEN. Wie vor jeder WM gab‘s auch vor dieser zahlreiche Thesen, wer das Endspiel des Turniers erreichen würde. Dass die Finalpaarung am Ende Niederlande gegen Kanada sein würde, darf jedoch zweifellos als ein mittelgroßes Fußball-Wunder angesehen werden. Dabei hatten beide Mannschaften im Turnier überzeugt, wurden schon in der Vorrunde als Gruppensieger auffällig, bahnten sich danach ziemlich problemlos den Weg durch die K.O.-Runde ins Finale und hatten somit jegliche Zweifel aus der Welt geschafft.
Zum Verständnis: Hier geht‘s nicht um das laufende WM-Original im fernen Amerika, sondern um eines, das die Borkener Zeitung in Zusammenarbeit mit der SG Borken und vielen Partnern aus der Region in halber Teamstärke „simuliert“ hat. Eine Mini-WM für F-Junioren mit 24 Mannschaften – am Samstag ging‘s heiß her, ehe der Titelträger feststand: Die Kanadier des TSV Raesfeld zwangen die Niederländer von Westfalia Gemen II mit 3:0 in die Knie.
„Was die Amerikaner hinbekommen, das schaffen wir schon lange.“
Ulrich Kastner aus dem Jugendvorstand der SG Borken
Aufstieg der ersten TSV-Mannschaft in die Fußball-Landesliga, Aufstieg der Zweiten in die Kreisliga A. Als ob‘s in den vergangenen Wochen in Raesfeld nicht schon zu feiern gegeben hätte, setzten die F-Junioren des Klubs in der Netgo-Arena mit dem Titelgewinn bei der „BZ Mini-WM powered by Stadtwerke Borken“ noch einen drauf. Das nennt man wohl einen Lauf.
Beim TSV Raesfeld läuft es
„Wir sorgen für den Nachschub für ganz oben“, sagte TSV-Coach Matthias Finke über seinen Nachwuchs. Sein Trainerkollege Peter Sieverding war baff: „Wir sind ohne Ambitionen ins Turnier gestartet. Dass wir den Pokal mitnehmen dürfen, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir Trainer sind happy. Aber viel wichtiger ist, dass das Team Spaß hatte und glücklich ist.“
Der Ramsdorfer Bundesliga-Schiedsrichter Sören Storks pfiff am Samstag die Finalpartien.
© Dirk Rodenbusch
Und jene Glücksgefühle waren den Champions anzusehen, als sie am Samstag um kurz nach vier die Trophäe in die Höhe rissen. Im Konfettiregen und unter dem anerkennenden Applaus der anderen 23 Teams. Schließlich ging niemand leer aus. Womit nicht nur die Medaillen für alle gemeint sind. Denn alle nahmen die Erinnerung mit an einen Tag, an dem sie die Protagonisten inmitten eines bunten, spannenden, teils dramatischen und stets spektakulären Fußballfestes waren, das Gleichaltrige aus Klubs im BZ-Verbreitungsgebiet zusammenführte. „Was die Amerikaner hinbekommen, das schaffen wir schon lange“, sagte Ulrich Kastner aus dem SG-Jugendvorstand über den Borkener WM-Ableger im Kleinformat diesseits des großen Teichs.
Erwin zu Gast
Die BZ hatte das Turnier erstmals auf die Beine gestellt, viele Sponsoren und die gastgebende SG hatten kräftig mitangepackt. Zehn Klubs waren dabei und schickten Teams ins Rennen. Im Fünf-gegen-fünf plus Torwarte, über zehn Minuten in der Vorrunde und zwölf in der K.O.-Phase, die die jeweils besten Zwei und vier besten Dritten aus den sechs Gruppen erreichten. Und zu den vielen Zuschauern auf der Tribüne und rund um die vier Kleinfelder gesellte sich zwischendurch auch Erwin. Das Schalke-Maskottchen schaute vorbei und erfüllte Fotowünsche ebenso ausdauernd wie Edgar Rabe am Mikro das sportliche Treiben der Grundschüler auf dem Naturrasen kommentierte.
Kanada landet Rekordsieg
Und bei dem hatte sich ganz früh herauskristallisiert, dass der Weg zum kleinformatigen WM-Titel nur über Kanada führt. Das Auftakt-7:0 gegen das mit Heidenern bestückte Bosnien-Herzegowina sollte letztlich der höchste Erfolg aller 36 Spiele in der Gruppenphase bleiben. Und trotzdem erreichten die Raesfelder „Canucks“ nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Engländern von Westfalia Gemens dritter Mannschaft und den Schweizern vom TuS Velen als Sieger der Gruppe A das Achtelfinale.
Tolles Saisonfinale für die Kids
Die zweitmeisten Treffer, im Schnitt knapp vier, hatten die Ecuadorianer von Adler Weseke in ihren drei Vorrundenpartien erzielt und verdrängten damit die Deutschen vom RSV Borken auf Rang zwei. Nach dem 3:1 im Elfmeterschießen gegen Österreich (Viktoria Heiden II) erreichten die Weseker dann sogar das Viertelfinale. Deren Coach Patrick Gräßler freute sich: „Was für ein tolles Saisonfinale in dieser Atmosphäre für meine Jungs!“ Deren Motivation brachte er auf den Punkt: „Hier geht‘s endlich um etwas, um Punkte und Siege.“ Was für Mannschaften dieser Altersklasse in der Saison nicht vorgesehen ist. Da werden bei sogenannten Spielfesten keine Sieger ermittelt.
Bundesliga-Schiri pfeift die Finals
Im Viertelfinale war dann aber Schluss für die südamerikanischen Weseker gegen die Niederlande. Andere erreichten die Halbfinals und durften sich damit sicher sein, dass ihre letzte Partie – egal, ob kleines oder großes Finale – von einem weiteren Vorort-Promi geleitet wird: Sören Storks. „Das ist der nächste Schritt in meiner internationalen Karriere“, sagte der 68-fache Erstligaschiri schmunzelnd über seine Berufung zur Leitung der letzten beiden der 52 Partien bei diesem Turnier. Und der 37-jährige Ramsdorfer erfuhr dabei im Spiel um Platz drei bemerkenswerte Unterstützung. Denn da gestand ihm ein Spieler der SG Borken im Trikot der USA ein, dass er den Ball vor dem Überschreiten der Seitenlinie noch berührt hatte. Also gab‘s Einwurf für die Australier, aus dem der 2:1-Siegtreffer für den RSV Borken II resultierte. Eine Szene, die irgendwie sinnbildlich für die BZ Mini-WM war: Ehrgeiz ja, aber Fairness ebenso.
Deutschland erreicht Minimalziel
Und die Deutschen? „Wir wollten die Vorrunde überstehen. Das haben wir geschafft“, sagte Bundestrainer Max Klein-Thebing und sah das deutsche Minimalziel mit dem RSV Borken I erreicht. Doch dann ging‘s gegen den späteren BZ-Mini-Weltmeister Kanada (0:2). Ein Aus im Achtelfinale, das den Job seines Trainer-Kollegen Julian Nagelsmann mit seinen Stars beim WM-Original durchaus gefährden könnte. Auch Klein-Thebings Ehrenamt? „Darüber müssen die Offiziellen im Verein entscheiden“, sagt er und lacht.
Weitere Videos und Bilder finden Sie außerdem auf dem Instagram-Kanal der BZ.
Ein buntes Bild: 24 Nationen kämpften am Samstag im Borkener Trier bei der 1. Mini-WM der Borkener Zeitung um die begehrte Trophäe.
© Dirk Rodenbusch