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Raubmord in Ramsdorf: Trio angeklagt

Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes

Montag, 8. Oktober 2018 - 15:44 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

Die Staatsanwaltschaft Münster hat ein Trio angeklagt, das am 1. Mai dieses Jahres einen Mann aus Ramsdorf getötet haben soll.

Foto: BZ-Archiv

+++Symbolbild+++

RAMSDORF/MÜNSTER. Mehr als fünf Monate nach dem Tod eines 56-jährigen Mannes aus Ramsdorf hat die Staatsanwaltschaft Münster gegen eine Frau (48) und zwei Männer (50 und 53) Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes, Raubes mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge erhoben.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt das Trio, das Opfer am 1. Mai in seiner Ramsdorfer Wohnung ausgeraubt und getötet zu haben. Die Frau und der 53 Jahre alte Angeschuldigte waren Bekannte des Ramsdorfers. Sie sollen dem Opfer über einem Kuchen eine erhebliche Dosis Methadon gegeben haben. Der 50-Jährige Angeschuldigte besaß das Opioid.

Den Kuchen soll die Frau bei einem Besuch am Nachmittag des 1. Mai mitgebracht haben. Sie habe dafür gesorgt, dass der 56-jährige davon isst. Nachdem er betäubt und wehrlos geworden war, soll sie die Mitangeschuldigten in die Wohnung gelassen haben. Während einer der mutmaßlichen Täter das Opfer zeitweise bewachte, sollen die anderen das Haus durchsucht und unter anderem EC-Karten, eine hochwertige Armbanduhr, Schmuck sowie das Fahrzeug des Opfers gestohlen haben. Mittels körperlicher Gewalt sollen sie die Geheimnummern zu den EC-Karten erpresst haben.

900 Insulineinheiten und Rum verabreicht

Die Frau und der 53-jährige Angeschuldigte sollen ihrem an Diabetes erkrankten Opfer zusätzlich 900 Insulineinheiten und Rum verabreicht haben.

Als der 56-jährige offensichtlich hilflos war, hätten sie ihn zurückgelassen und seien laut Ermittlungen mit dem Auto des Opfers davon gefahren.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Mischung aus Methadon, Alkohol, Insulin den Herzinfarkt verursacht habe, an dem das Opfer später starb. Schon die Menge an Insulin soll geeignet gewesen sein, eine Unterzuckerung, Bewusstlosigkeit sowie den Tod hervorzurufen. Die Angeschuldigten hätten den Tod in Kauf genommen. Denn nur dann – so der Vorwurf – konnten sie sichergehen, nicht von dem 56-jährigen wegen des Diebstahls angezeigt zu werden.

Bargeld in fünfstelliger Höhe abgehoben

Mit den EC-Karten sollen die Angeschuldigte und der 53-Jährige sowohl in Deutschland als auch in Spanien Bargeld in fünfstelliger Höhe abgehoben haben.

Der am 18. Mai in Dorsten festgenommene und weiterhin inhaftierte 50-jährige Angeschuldigte hat den Tatablauf im Ermittlungsverfahren eingeräumt, aber erklärt, dass er den 56-jährigen nicht habe töten wollen.

Die am 25. Mai auf Gran Canaria festgenommenen Angeschuldigten sind nach Deutschland ausgeliefert worden (die BZ berichtete) und befinden sich in Untersuchungshaft. Sie haben sich zu den Tatvorwürfen nicht geäußert.


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