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Maishäcksler werden immer digitaler

Mit Lohnunternehmer Christoph Hante aufs Feld

Mittwoch, 12. September 2018 - 19:04 Uhr

von Jacqueline Beckschulte

Die Maisernte von heute ist sehr digital geworden. Die Borkener Zeitung war mit Christoph Hante unterwegs und hat sich die moderne Maisernte erklären lassen.

Foto: Beckschulte

Die Maisernte im Kreis Borken ist in vollem Gange. Das Lohnunternehmen Hante erntet dieses Feld mit Hilfe eines modernen Feldhäckslers (links) und Abfahrgespannen, die die Ernte zum Hof fahren.

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VELEN/GESCHER. Im ersten Moment wird man vom technischen Schnick-Schnack nahezu erschlagen: Viele Knöpfe, ein Funkgerät, eine Rückfahrkamera und ein Monitor, auf dem unter anderem eine digitale Karte angezeigt wird, die zeigt, wo man bereits lang gefahren ist. Zudem steuert der Feldhäcksler quasi selbsttätig über das Maisfeld. „Die Maschine hat Fühler am Schneidwerk, mit Hilfe derer sie die einzelnen Maisreihen erkennt und sich selbstständig über das Feld lenkt“, erklärt Christoph Hante, Juniorchef des Lohnunternehmens Hante Agrarservice aus Velen. Letztlich muss er nur lenken, wenn die Strecke nicht geradeaus geht, und die Geschwindigkeit regeln.

Christoph Hante erntet am Mittwochmorgen ein fünf Hektar großes Maisfeld in Gescher im Auftrag eines Rinderhalters. Im Einsatz sind ein Feldhäcksler der Marke John Deere und drei Abfahrgespanne, also Trecker plus Anhänger, die die Ernte vom Feld fahren. Zwei Schläge – so bezeichnet man Feldeinheiten in der Landwirtschaft – hat er bereits abgeerntet, dies ist der dritte. Um sechs Uhr begann der Arbeitstag für den 33-Jährigen. Gemeinsam mit sechs Festangestellten und bis zu 15 Saisonkräften bietet er den Landwirten ein „Rundum-Sorglospaket“: Von der Aussaat bis zur Ernte. In einem Abstand von 75 Zentimeter wird der Mais in Reihen gelegt. Bei der Ernte nimmt Hantes Häcksler acht dieser Reihen auf einmal mit. Der Mähaufsatz umfasst eine Breite von sechs Metern.

Maishäckseln mit Christoph Hante

„Ich glaube, der Trend geht dahin, dass die Landmaschinen nicht noch größer werden oder mehr Leistung durch PS bringen, sondern durch ihre technische Ausstattung immer effizienter werden“, erklärt der Lohnunternehmer. Die Maschine, mit der er auf dem Feld arbeitet, ist zwei Jahre alt. An dem Turm, durch den die Ernte vom Häcksler auf den Anhänger geschleudert wird, befindet sich ein Nirsensor – Harvest-Lab heißt dieser. Laut Hante ist dies eine Besonderheit des Herstellers. Mit Hilfe des Sensors wird gemessen, wie feucht beziehungsweise trocken der Mais ist, und welche Inhaltsstoffe er enthält. Die Werte werden Hante auf dem Monitor in der Fahrerkabine angezeigt. „Wenn der Mais zu feucht ist, hören wir auf zu häckseln.“ Anhand der Daten können unter anderem Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz optimiert werden.

Foto: Beckschulte

Christoph Hante am Steuer des Feldhäckslers.

Neben dem Feldhäcksler und anderen Landmaschinen, hat das Unternehmen auch einen Mähdrescher. „Der ist gerade auch im Einsatz“, so Hante. Normalerweise ist der Mais im Jahr eher häckselreif als druschreif. Gehäckselt wird der Mais, um von Biogasanlagen verarbeitet zu werden oder als Kuhfutter zu dienen. Beim Dreschen werden nur die Maiskörner geerntet. Daraus wird Futter für die Schweine produziert. Durch die Dürre in diesem Jahr überschneide sich der Reifeprozess, erklärt der Velener.

Zweieinhalb Stunden für fünf Hektar

Ungefähr zweieinhalb Stunden dauert es, die fünf Hektar zu häckseln. Zu Beginn fährt man drei bis vier Runden von außen nach innen, anschließend in Reihen hoch und runter. Tiere würden aus dem Mais rauslaufen, sagt Hante. 40 km/h schafft die Maschine auf der Straße. Auf dem Feld fährt Christoph Hante etwa vier bis acht km/h mit dem Häcksler. Fahren darf den Häcksler jeder, der einen Traktor-Führerschein besitzt. „Aber eine ausführliche Einweisung schadet nicht“, sagt Hante und lacht.


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