Velen

Bürgermeister-Kandidaten zeigen ihre Unterschiede

BZ-Podiumsdiskussion im Burgsaal in Ramsdorf

Mittwoch, 12. August 2020 - 22:31 Uhr

von Stephan Werschkull

Ramsdorfer Ortskern, Zukunft der Wirtschaft, die Corona-Krise: Bei der BZ-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Velen gab es viel zu besprechen. Einen klaren Sieger gab es nicht.

Foto: Werschkull

Bürgermeisterin Dagmar Jeske diskutierte mit Herausforderer Carsten Wendler (rechts). Moderiert wurde die Veranstaltungen von BZ-Redaktionsleiter Sven Kauffelt (2. von rechts) und Velen-Redakteur Lars Johann-Krone.

RAMSDORF. Wer wird Bürgermeister in Velen? Entscheidungshilfe für Wähler hat es am Mittwoch bei der BZ-Podiumsdiskussion in der Burg gegeben. Gleich zu Beginn ging es dabei zwischen den Bewerbern auf das Bürgermeisteramt rund.

Das erste Thema, die Sanierung des Ramsdorfer Ortskerns, trieb sowohl Amtsinhaberin Dagmar Jeske, als auch ihren Herausforderer Carsten Wendler um. Seit Jahren sind Lange Straße und Nebenstraßen in einem schlechten Zustand (die BZ berichtete). Nun soll es ein Verkehrsgutachten geben, das die Grundlage für eine mögliche Förderung ist. Und die Brücke an der Paulusstraße ist über 500 Tage gesperrt. Genug Gesprächsstoff für Jeske und Wendler.

Provisorium für Ramsdorf?

Dieser schlug eine vorübergehende Lösung in Ramsdorf vor, um mit den Arbeiten loslegen zu können. Über eine halbe Million Euro koste eine Zwischenlösung mit einer Asphaltdecke und brauche sechs Monate für die Umsetzung. Zeit, in der die anliegenden Einzelhändler eine Baustelle direkt vor der Ladentür hätten, sagte Jeske. Wendler hielt entgegen, dass es auch Varianten für weniger Geld geben könnte. Außerdem wolle er ein Gespräch mit der Bezirksregierung führen, ob Bauarbeiten vorgezogen werden könnten.

Auf Kritik an der langen Bauzeit entgegegnete Jeske, man könne natürlich auch ohne Förderzusage losbauen – nur koste das 2,3 Millionen Euro mehr. Aus dem Publikum sah sich Jeske mit der Frage konfrontiert, wie lange es denn nun dauere, bis es am Bau losgehe. Raunen vom Publikum erntete sie für ihre Antwort, dass die Planung noch zwei Jahre dauere. Die anschließende Bauzeit betrage drei bis vier Jahre, erklärte sie.

30 Zuschauer im Saal, viele online

30 Bürger ließen sich die Diskussion nicht entgehen – die coronabedingte Besucherobergrenze war komplett ausgeschöpft worden. Viele nutzten dafür die Möglichkeit, sich die Diskussion in der Live-Übertragung online anzusehen.

Im weiteren Verlauf diskutierten die Bewerber über die Gewerbeflächen, die in Ramsdorf und Velen ausgereizt sind. Wendler sagte, er sehe Potenziale. Ideal wäre eine Lösung in beiden Ortsteilen. Jeske verwies auf die Bezirksregierung, die sage der Bedarf sei vor Ort ausgeschöpft.

Gewerbe und Umweltschutz

Auch die Gewerbesteuer war ein Thema – die Einnahmen werden durch die Corona-Krise sinken. Jeske verwies auf die Rücklagen der Stadt und, dass Velen schuldenfrei bleiben solle, aber nicht um jeden Preis. Wendler erklärte, er werde die Schuldenfreiheit nicht leichtfertig aufgeben.

Auch das Thema Umweltschutz bewegte die Zuschauer und die Kandidaten. Neben dem Thema Schottergärten, ging es auch um die Ausgaben der Stadt in diesem Bereich, die Wendler erhöhen will. Auch die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Landwirtschaft wurde erörtert.