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Reken: Von Managerin zur Nonne und Konventgründerin

Schwester Andrea aus Reken

Donnerstag, 27. Februar 2020 - 21:00 Uhr

von Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner

Andrea Höltervenhoff war Managerin in einer Klinik und doch hat sie dieser Beruf nicht ganz erfüllt. In Benin traf sie eine Ärztin, die den Franziskanerinnen Töchter von Pater Pio angehörte. Sie trat als erste und bislang einzige Europäerin in den Orden ein.

Foto: pd

Schwester Andrea lebt im Pfarrhaus von St. Nikomedes in Steinfurt.

REKEN/STEINFURT. Sie war Managerin in einer Augsburger Klinik und hat gut verdient. Und doch fehlte Schwester Andrea etwas: „Bei allem, was gut war, gab es doch eine Leere.“ Durch Zufall lernte die heute 48-Jährige im Ausland die Gemeinschaft der „Franziskanerinnen Töchter von Pater Pio“ kennen. Sie wagte das Abenteuer, verkaufte alles und ging nach Benin.

Im Vorjahr kam Andrea Höltervenhoff – so ihr bürgerlicher Name – zurück nach Reken. Dort leben ihre Eltern. Eigentlich ein Heimatbesuch. Doch Schwester Andrea blieb. Ihr Orden hat die Einladung von Bischof Dr. Felix Genn angenommen, im Pfarrhaus von St. Nikomedes in Steinfurt einen Konvent zu gründen.

Noch ist Schwester Andrea dabei, sich einzurichten. Die Möbel hat sie übernommen. Nur zwei Koffer besitzt die Ordensfrau. Seit einigen Monaten arbeitet sie im Clemenshospital als Kinderkrankenschwester. Mit dem Verdienst finanziert sie ihr Leben und unterstützt die Mitschwestern in Benin.

Gelernte Kinderkrankenschwester

Am Gymnasium der Mariannhiller in Maria Veen bekam Schwester Andrea Fernweh, wenn die Missionare aus ihrem Alltag berichteten. Nach dem Abi und einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Bolivien lernte sie Kinderkrankenschwester in Datteln. „Für mich war immer klar: Ich möchte schnell wieder weg“, erinnert sie sich.

Schwester Andrea hörte von einem Projekt der Cap-Anamur-Gründer Christel und Rupert Neudeck in Benin. Drei Jahre lang leitete sie eine Krankenstation. Dann zog sie nach München und studierte Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialmanagement. Der Kontakt nach Westafrika blieb bestehen.

Auch später, als sie in Augsburg arbeitete. Dort gab es Franziskanerinnen, an deren Gebetszeiten die Managerin teilnahm. Ein Beitritt kam nicht in Frage: „Ich wollte in der Welt die Nachfolge Christi leben.“

Faszination der franziskanischen Spiritualität

Wieder in Benin lernte sie 2009 eine Ärztin der Krankenstation kennen. Diese gehörte dem Orden der „Franziskanerinnen Töchter von Pater Pio“ an. Die junge Gemeinschaft wurde von einem Priester gegründet. 104 Schwestern gehören dazu. Das soziale Engagement und die franziskanische Spiritualität faszinierten Andrea Höltervenhoff, die in Augsburg zu Hause, aber nicht beheimatet war.

Als erste und bislang einzige Europäerin trat sie vor sechs Jahren in den Orden ein. Plötzlich war ihr Leben afrikanisch. Sie musste sich einiges gewöhnen – auch an das Chaos in einer afrikanischen Küche. Sie half in Benin, zwei Schulen aufzubauen und ein Krankenhaus zu reaktivieren.

Eher zurückhaltend reagierte sie auf die Begeisterung ihrer Mitschwester nach dem Wunsch des Bischofs, sich im Bistum Münster niederzulassen. Doch die 48-Jährige hat sich den Ordensregeln gestellt. Das Pfarrhaus von St. Nikomedes bietet genug Platz für einen Konvent. Die Schwestern wollen sich einbringen in das Gemeindeleben.


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