Reken

Ludwig Frankmar spielt auf 264 Jahre altem Cello

Konzert in St. Antonius

Freitag, 18. September 2020 - 15:00 Uhr

von Borkener Zeitung

Die Kirchengemeinde St. Antonius und der Förderverein St. Antonius laden am Samstag, 26. September, ab 19.30 Uhr zu einem außergewöhnlichen Konzert in die St.-Antonius-Kirche ein. Der schwedische Barock-Cellist Ludwig Frankmar lässt auf seinem historischen Instrument, gebaut von Louis Guersan (Paris, 1756), Werke von Angelo Michele Bertalotti, Johann Sebastian Bach, Giovanni Battista Degli Antonii und Giovanni Bassano erklingen.

Foto: pd

Ludwig Frankmarspielt in der St.-Antonius-Kirche.

KLEIN REKEN. In der späten Renaissance fingen venezianische Musiker an, mehrstimmig angelegte Musik auf Soloinstrumentalstimmen zu reduzieren. Ein Höhepunkt dieser Musikform wurde 1585 mit den „8 Ricercate“ von Giovanni Bassano erreicht.

Giovanni Battista Degli Antonii war Organist und Posaunist in Bologna. Degli Antoniis grandiose Sammlung „Ricercate sopra il Violoncello“ hat nie einen festen Platz im Cello-Repertoire eingenommen. Schon als sie 1687 im Druck erschien, war sie veraltet – überholt von einer moderneren, gesanglicheren Musik.

Schüler von Guido Vecchi

Angelo Michele Bertalotti war im späten 17. Jahrhundert Sänger an der Basilika San Petronio in Bologna. Seine Sammlung hat er für Sopran und Alt komponiert.

In Johann Sebastian Bachs um 1720 entstandenen Solowerken für Streicher kommen vielfältige Einflüsse und Stilarten des Barock zum Ausdruck. Bach hat vermutlich um 1715 in Weimar angefangen, diese Sammlung zu komponieren und erst zehn Jahre später in Leipzig abgeschlossen.

Ludwig Frankmar, 1960 geboren, war in seiner Heimat Malmö Schüler von Guido Vecchi und als Orchestermusiker an der Barcelona Oper sowie als Solo-Cellist der Göteborger Oper tätig. An der Musik-Akademie Basel war er Solo-Cellist der Camerata Bern. Als Frankmar 1995 den Orchesterberuf verließ, beschäftigte er sich zuerst vor allem mit zeitgenössischer Musik. Kontakte und Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führten ihn zur Alten Musik und zur historischen Aufführungspraxis.

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Am Ausgang der Kirche wird um eine Spende gebeten. Besucher sollten die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln einhalten, die auch bei Gottesdiensten gelten, schreiben die Veranstalter.