RekenFREI

Junge Ukrainerinnen arbeiten in Maria Veen

„Yuliia und Nataliia sind ein Gewinn“

Montag, 27. Juni 2022 - 20:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

Yuliia Dorosh und Nataliia Petryk wohnen erst seit Kurzem in Reken. Die beiden jungen Frauen sind nach dem Angriff der russischen Truppen auf das Atomkraftwerk Saporischschja Anfang März mit Yuliias Mutter und mit einer weiteren Freundin aus der Ukraine über Polen nach Münster geflohen. Seit ihrer Ankunft in Reken haben sie schon einiges gelernt.

Foto: pd

Nataliia Petryk (l.) und Yuliia Dorosh arbeiten im Team der Eis Lounge mit.

MARIA VEEN Ein ukrainischer Priester vermittelte die vier Frauen nach Reken, wo sich Albert Paus und die Flüchtlingshilfe „Menschen für Reken“ um die Neuankömmlinge kümmerten.

Schnell bekamen die Ukrainerinnen eine Wohnung zugewiesen; am Sportplatz in Hülsten.

Yuliia und Nataliia arbeiten in der Eis Lounge Maria Veen, einem Inklusionsbetrieb am Benediktushof. „Es gefällt uns hier sehr gut“, werden die beiden in einer Mitteilung des Benediktushofes zitiert. Sie seien froh, direkt eine Arbeit gefunden zu haben, denn sie möchten niemandem zur Last fallen, wollen ihr eigenes Geld verdienen. „Beide haben Lust zu arbeiten, sie arbeiten schnell und gut, und sie sind blitzgescheit – einfach ein Riesengewinn für uns“, freut sich Elisabeth Kranz, Betriebsleiterin der Eis Lounge, über die neuen Mitarbeiterinnen.

Zunächst in der Spülküche tätig

Zunächst sind die jungen Frauen in der Spülküche tätig. Daneben stehen Arbeiten wie Schränke und Kühltruhe reinigen, Kühlschrank ausputzen, Plätzchen oder Kuchen backen, Trüffel formen, Erdbeeren putzen oder Schürzen sortieren auf dem Tagesprogramm. Außerdem lernen sie, wie man Waffeln und Flammkuchen backt – damit die aktuelle Speisekarte erweitert werden kann.

Nach Feierabend pauken Yuliia (19, College-Studentin in der Ukraine) und Nataliia (21, Mitarbeiterin in einem ukrainischen Naturpark) Deutsch. Sie sind ehrgeizig, verbessern ihre Sprachkenntnisse kontinuierlich. Wenn es im Gespräch mit Einheimischen irgendwo hakt, hilft das Smartphone mit dem Übersetzer. Gerne sind die jungen Frauen mit Fahrrädern unterwegs, besuchen das Freibad in Reken, fahren mit der Bahn nach Essen, Köln oder Münster. In Münster halten sie Kontakt zur ukrainischen Gemeinde.

Team hat die beiden ins Herz geschlossen

Längst habe das Team aus der Eis Lounge die beiden ins Herz geschlossen, heißt es weiter. Vor oder nach der Arbeit werde in der Spülküche manchmal ukrainische Musik abgespielt. Yuliia und Nataliia zeigen ihren Kollegen, wie dazu getanzt wird.

Die Ukrainerinnen fühlen sich freundlich aufgenommen in Reken. Sie sind dankbar für die Hilfe, die sie bekommen. Und sie halten Kontakt zur Heimat und ihren Familien, so gut es geht. Wenn es in der Ukraine wieder sicherer für sie ist, möchten sie zurück. „Es sind junge Mädchen. Sie haben Heimweh“, beschreibt Elisabeth Kranz die Situation von Yuliia und Nataliia. Die gelernte Hotelfachfrau und Heilerziehungspflegerin weiß aber auch: „Die Arbeit tut ihnen gut, denn sie lenkt ab und gibt Struktur.“