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Was sich Tobias Honvehlmann von der EU wünscht

Gastkommentar

Donnerstag, 23. Mai 2019 - 19:34 Uhr

von Tobias Honvehlmann

Die Landwirtschaft ist gerade für das Westmünsterland ein wichtiges Thema bei der Europawahl am kommenden Sonntag. Im Rahmen unserer Reihe von Gastkommentaren zur Europawahl haben wir Tobias Honvehlmann, Landwirt aus Erle, um seine Meinung gebeten.

Foto: Privat

Tobias Honvehlmann

Ich wünsche mir von der EU, dass diese vor allem den Grundpfeilern der Demokratie wieder einen höheren Stellenwert gibt. Im Speziellen hat gerade in der Landwirtschaft die „Gleichberechtigung“ in den letzten Jahren an Wichtigkeit verloren. Besonders die Schaffung von länderübergreifend gleichen Rahmenbedingungen halte ich für notwendig. In dieser Forderung finde ich mich als Landwirt, aber besonders auch als Verbraucher wieder.

Ich möchte die Sicherheit haben, dass Lebensmittel, die in Europa produziert werden, europaweit auch gleichen Kontrollen und gleichen Qualitätsanforderungen unterliegen. Somit wird europaweit ein Mindestmaß an Qualitätsansprüchen sowohl an die konventionelle als auch an die ökologische Landwirtschaft festgelegt. Dies bedeutet für uns Landwirte zugleich auch eine fairere Landwirtschaft, eine freiere Marktwirtschaft.

Zu dieser freien Marktwirtschaft gehört für mich auch die Unabhängigkeit von staatlichen Subventionen. Infolgedessen wünsche ich mir von der EU, dass sie sich für mehr Wertschöpfung in der Landwirtschaft einsetzt, sodass Ausgleichszahlungen abgebaut und Verwaltungskosten gespart werden können.

Außerdem sehe ich gerade in der medial stark diskutierten Grund- und Trinkwasserproblematik in der EU Nachholbedarf. Zurzeit ist es jedem Mitgliedsstaat selbst überlassen, wie dicht das Messnetz ist, wo Messbrunnen gesetzt und welche Ergebnisse nach Brüssel geliefert werden. Ich wünsche mir von der EU ein einheitliches Messnetz, welches alle Mitgliedstaaten fair bewertet.

Damit will ich die heimische und insgesamt die deutsche Landwirtschaft jedoch nicht aus der Verantwortung nehmen. In der Vergangenheit wurden sicherlich Fehler gemacht, allerdings hat auch unsere Branche aus Fehlern gelernt und das Wissen für Grundwasserschutz hat zugenommen. Wir arbeiten stetig daran, den Düngereinsatz effizienter und nachhaltiger zu gestalten, um unser Wasser zu schonen und die Feldfrüchte besser zu versorgen.

Zuletzt liegt mir das Bewusstsein und Wissen über die Landwirtschaft und dadurch auch die Wertschätzung dieser am Herzen. Landwirte leisten täglich tolle Arbeit mit einer Vielseitigkeit, die unter vielen Berufen ihresgleichen sucht. Ich wünsche mir von der EU, dass Landwirtschaft und Ernährung wieder einen höheren Stellenwert bekommt und vielleicht sogar in den Bildungsplan aufgenommen wird.

Ich freue mich auf zukünftige Entwicklungen und spannende Dialoge mit Mitbürgern.

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