Raesfeld

Verband will Zahl der Wölfe regulieren

„Ungebremste Ausbreitung ist verheerend“

Freitag, 14. August 2020 - 09:30 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert eine Debatte, um eine Vermehrung der Wölfe in der Region zu vermeiden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) bestätigt weitere Wolfsnachweise in Hünxe.

Foto: pd

Wölfin Gloria ist im Gebiet Hünxe/Schermbeck

RAESFELD/SCHERMBECK Bauern und Jagdrechtsinhaber in Westfalen-Lippe fordern weiter eine offene Debatte über verantwortliche Wege, um die Zahl der Wölfe durch die Jagd zu regulieren. Das erklärt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV). Wegen des befürchteten Anstiegs der Wolfspopulation hatte dieser 2017 ein Gutachten beauftragt. Ein Ergebnis: In absehbarer Zeit könnten sich Konflikte mit dem Wolf verschärfen und eventuell unbeherrschbar werden.

„Zahl der Angriffe nimmt zu“

„Die Zahl der bei Wolfsangriffen getöteten und verletzten Weidetiere nimmt deutlich zu“, sagt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. „Die ungebremste Ausbreitung der Wölfe in NRW ist für die Weidetierhalter, allen voran mit Rindern und Pferden, verheerend.“ Schutzvorhaben, etwa das Einzäunen von Weideflächen, seien weder bezahlbar noch wirkungsvoll, weil sie von Wölfen oft überwunden würden, berichtet er aus Gesprächen mit betroffenen Berufskollegen.

DNA-Spuren als Beweis

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) bestätigt weitere Wolfsnachweise in Hünxe. So wurde Ende Juni ein Schaf von einem Wolf getötet. Über DNA-Spuren konnte die im Wolfsgebiet Schermbeck ortstreue Wölfin Gloria als Verursacherin nachgewiesen werden.

Zudem hat ein Treckerfahrer am 1. Juli einen Wolf in einem Kornfeld gefilmt. Dies habe die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf bestätigt, so das Lanuv. Unklar sei, ob es Gloria war.