Raesfeld

Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer erbt Haus von Arno Berning

Noch keine Entscheidung über das weitere Vorgehen

Montag, 18. Januar 2021 - 16:15 Uhr

von Andreas Rentel / pd

Arno Berning, der am 30. November gestorben ist, hat die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer als Erben eingesetzt. Sein Haus und das Grundstück sollen das Stiftungskapital vergrößern.

Foto: Colourbox.de

+++Symbolbild+++

RAESFELD. Arno Berning, Jurist und Dozent an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung des Landes NRW, den Raesfeldern als langjähriger CDU-Kommunalpolitiker und Jäger bekannt, hat sich viele Jahre lang für die Anliegen der Raesfelder Bürger eingesetzt. Am 30. November ist er drei Tage vor seinem Geburtstag im Alter von fast 64 Jahren verstorben (die BZ berichtete).

Sein Engagement für die Heimatgemeinde Raesfeld hat er auch mit seinem „letzten Willen“ deutlich gemacht. Im Testament hat er die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer als Erbe eingesetzt. Darauf weist die Stiftung in einer Mitteilung hin.

Überrascht und dankbar

Überrascht und dankbar hätten Vorstand und Stiftungsrat diese Nachricht aufgenommen, heißt es. „Wir werden das Erbe von Arno Berning bestimmungsgemäß verwenden und sein Andenken in Ehren halten“, versichert Jutta Bonhoff, die Vorsitzende der Bürgerstiftung.

Arno Berning hatte keine nahen Angehörigen. Durch die Erbschaft, die im Wesentlichen aus seinem Einfamilienhaus und dem Grundstück besteht, werde das Stiftungskapital von bisher 215.500 Euro deutlich erhöht. Zinserträge oder Mieteinnahmen aus dem Stiftungskapital dürfen für gemeinnützige Zwecke in Raesfeld ausgegeben werden, das Kapital selbst muss erhalten bleiben.

Die naheliegende Frage, was mit dem Haus geschehen soll, ob es verkauft oder vermietet werden soll, könne zurzeit noch nicht beantwortet werden, erklärt die Stiftung. Bevor konkrete Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden können, seien vom ehrenamtlichen Vorstand noch viele Fragen zu klären.

Noch viele offene Fragen

Heiko Gudel, der mit Philipp Holtschlag im Stiftungsvorstand für die Finanzen verantwortlich ist, nimmt an, dass bis zur Klärung aller offenen Fragen, auch unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Kontakteinschränkungen, noch einige Zeit vergehen wird. „Es ist alles noch offen“, ergänzt Ruth Beering für die Stiftung. Die Stiftung sei inzwischen im Besitz des Erbscheins, nachdem das Testament, das in dem Haus gefunden wurde, vom Gericht geprüft worden ist. Für die Bürgerstiftung sei es das erste Mal, dass sie in einem Testament bedacht wurde, sagt Ruth Beering.

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Arno Berning †

An die Erbschaftssteuer denken

In dem Zusammenhang weist die Stiftung darauf hin, was zu beachten ist, wenn jemand seinen Nachlass an eine gemeinnützige Organisation spenden oder vererben möchte. Denn viele, die keine Kinder oder nahe Verwandte haben, seien oft unsicher, wem das eigene Vermögen vermacht werden soll. Zudem sei nicht allen bekannt, dass das Erbe später hoch versteuert wird. Denn Geschwister, Nichten und Neffen kommen beim Erben nicht wie Kinder in den Genuss von relativ hohen Steuerfreibeträgen. Dagegen sei ein für gemeinnützige Zwecke gestiftetes Erbe von der Erbschaftssteuer befreit, heißt es. Das gestiftete Vermögen bleibe in vollem Umfang erhalten.

Die Bürgerstiftung erklärt zudem, dass sie ehrenamtlich geführt wird. Es gebe also keine Personalkosten, die die Erträge des Vermögens mindern könnten.

Für Laien sei es nicht einfach, ein rechtskräftiges Testament zu formulieren, das allen Wünschen gerecht wird und nicht anfechtbar ist. Die Bürgerstiftung gibt zu allen Fragen Auskunft. Zur Klärung konkreter Rechtsfragen sollten erfahrene Rechtsanwälte und Notare hinzugezogen werden.

www.stiftung-reh.de