Raesfeld

Behörden weisen Unterstellungen zurück

Stellungnahme nach Wolfs-Video

Sonntag, 31. Mai 2020 - 20:00 Uhr

von Andreas Rentel / pd

Das Landesumweltministerium und das Landesumweltamt nehmen Stellung zu einem privaten Video, das jagende Wölfe zeigt, und zur darauf folgenden Diskussion.

Foto: Colourbox.de

+++Symbolbild+++

RAESFELD.Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann und Dr. Thomas Delschen, der Präsident des Landesumweltamts, erklären, dass nach der Veröffentlichung des Videos, das die Jagd zweier Wölfe auf einen Rothirsch im Wolfsgebiet Schermbeck zeigt, viele Stellungnahmen von Bürgern und Interessengruppen eingegangen seien. Auf die geäußerten Sorgen und Befürchtungen möchten sie eingehen, heißt es in einer Mitteilung der Behörden.

Diese stellen erneut und abschließend fest, dass für das Land NRW der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität hat. Beim Umgang mit dem Wolf seien aber besondere Regeln zu beachten. Diese Tiere seien streng geschützt, erklären beide.

Falscher Begriff

Bottermann und Delschen halten fest, dass der Begriff „Wiederansiedlung“ des Wolfes in dem Zusammenhang falsch sei, weil er menschliches Handeln nahelege. Beide weisen Unterstellungen entschieden zurück, wonach der Wolf durch eine „(Wieder-)Ansiedlung“ zurückgekehrt sei.

Und: Seit der Rückkehr einzelner Wölfe auf deut-sches Staatsgebiet habe es keinen nachgewiesenen Fall eines Angriffs von Einzeltieren oder eines Rudels auf Menschen gegeben. Personen seien demnach nie in Gefahr gewesen.

Land lädt zur Diskussion ein

Es sei unstrittig, dass Wölfe bei ihrer Jagd keinen Unterschied zwischen Wild- und Weidetieren machen. Um zu verhindern, dass Wölfe sich an Weidetiere als Nahrung gewöhnen, sei es notwendig, die Weidetierhaltung neu zu organisieren. Dazu sei es nötig, den Wolf und sein Verhalten wissenschaftlich korrekt zu verstehen und interpretieren. Ein Nutztierriss rechtfertige keinesfalls allein den Abschuss eines Wolfs. Das sei nur im Ausnahmefall möglich.

Das Land stehe an der Seite der Weidetierhalter. Im Wolfsgebiet Schermbeck schützen Schäfer größere Herden bereits seit 2019 erfolgreich mit Hunden. Kleinere Gruppen von Schafen würden mit immer besseren, Elektozzäunen gesichert. Das Land lade zur Diskussion ein und sei für Anregungen und berechtigten Beschwerden offen. Nur: Es sei stets an geltendes Recht gebunden.