Leserbriefe

„Vielleicht wäre ein Plastikschirm die bessere Alternative“

Leserbrief zum Bericht „Der Borkener Kinderarzt Dr. Klaus Hante rät zu sachlichem Umgang mit dem Coronavirus – Auf dem Weg in eine neue Normalität“.

24.04.2020

Dr. Klaus Hante

Dr. Klaus Hante

© pd

Corona-Pandemie

Lieber BZ- Leser, dem Vernehmen nach sind in Deutschland rund 5500 Menschen an Corona gestorben. Eine Reihe nicht-viraler Ursachen könnte daran mitgewirkt haben, lag doch das durchschnittliche Lebensalter dieser Menschen bei oder über 80 Jahren. Vielleicht wirkten andere virale Agenten mit: Warum nicht die Grippe, die sich jetzt hinter Corona ganz klein macht? Der Kollege Hante gefällt mir, weil er die Kirche im Dorf lässt. Mit T-Shirt und ohne Nasenmundmaske hält er die nonverbale Kommunikation auf der Augenhöhe mit Kindern intakt. Auf die sollte ein Arzt nicht verzichten, solange sein Patient nicht in Narkose vor ihm liegt. Meine HNO- Fachkollegen haben sich zwar über Jahrzehnte der Atemluft ihrer Patienten unbeschadet ausgesetzt, geraten aber jetzt in Panik, maskieren sich oder hantieren hinter transparenten Schirmen. Wer den Nutzeffekt der Textil- Maulkörbchen, die man demnächst tragen soll, kennenlernen will, der möge einen Raucher bitten, einen Lungenzug aus der Zigarette zu tun und eine Maske anzulegen, bevor er ausatmet. Man wird sehen: Der Rauch, der schon vom Zigarettenfilter nicht gefiltert wurde, wird es von der Maske auch nicht. Er findet einen Weg ins Freie durch den Stoff und an dessen Rändern, die der Haut, besonders bei Bartmännern, nicht aufliegen. Wer Allergiker ist, erfährt, dass auch feuchte Oberflächen der Augen an biologischen Prozessen der Umwelt teilnehmen, und die werden von den Maulkörbchen eh´nicht abgedeckt. Da wäre ein Plastikschirm vor dem Gesicht vielleicht die bessere Alternative. Über die nützliche Wirkung der Masken, über ihre Vorteile für Arzt und/oder Patient ist nicht viel Genaues bekannt. So wenig, wie über das Verhalten der Viren. Wo man wenig weiß, hilft der Glaube. Immerhin hat die Maske moralische Werte, erinnert sie doch daran, dass wir dieselbe Luft atmen und die Gesundheit der Mitmenschen in unserem ureigensten Interesse liegt. Zudem erinnert sie an die Einhaltung von Abstand, der gewiss einiges für sich hat. Ob es logisch ist, Schüler im Klassenraum zu vereinzeln?: Die haben ja noch 60 Jahre Zeit, bevor Corona sie ernsthaft gefährden würde, wenn nicht zuvor eine „Stille Feiung“ oder Impfung die Gefahr abwendet. Aber andere virale (?) Neuerscheinungen werden ihr Immunsystem bis dahin beschäftigen.

Hier geht es zum Bericht „Der Borkener Kinderarzt Dr. Klaus Hante rät zu sachlichem Umgang mit dem Coronavirus – Auf dem Weg in eine neue Normalität“.