Nein zu genereller Pflicht

Von Hans Ludger (Pfarrer em.) Marbeck

Leserbrief zum BZ-Bericht zum Thema Organspende.

Nein zu genereller Pflicht

Einen Spenderausweis hat längst nicht jeder.

Was erlebt der Sterbende in der Nahtod-Erfahrung, wenn ihm bei einer Transplantation ein Organ entnommen wird? Ist das Aufhören der Gehirnströme wirklich schon der Tod? Oder ist das Sterben ein Prozess, die letzte zu bewältigende irdische Erfahrung des Menschen, die ihm nicht genommen werden darf? In der Nahtoderfahrung befindet sich die Wahrnehmung des Sterbenden außerhalb des Körpers, er wird Zeuge der Operation der Organentnahme, die ohne Narkose vorgenommen wird. Eine generelle Pflicht zur Organspende mit der Möglichkeit des Widerspruchs ist mit der Menschenwürde nicht vereinbar.

Sabine Mehne (Buch „Licht ohne Schatten“) hat ein Netzwerk gegründet von Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben.