Leserbriefe

Leserbrief: Biogasanlagen wären bessere Alternative

Leserbrief zu: „Abwasser-Wärme soll Gebäude beheizen“ vom 18. Mai

20.05.2026

Stadt, Stadtwerke und Kreis Borken wollen die vorhandene Wärme im Abwasser für die Beheizung öffentlicher Gebäude nutzen.

Stadt, Stadtwerke und Kreis Borken wollen die vorhandene Wärme im Abwasser für die Beheizung öffentlicher Gebäude nutzen.

© Kauffelt

„Sie schreiben, dass sich bei einem Grad Temperaturabsenkung pro Stunde 768 Kilowattstunden Wärme erzeugen lassen, das sind täglich 18.432 kWh oder jährlich 6.727.680 kWh - bei angestrebten vier Grad Temperaturentzug wären es also 26.910.720 kWh.

Nach Abzug des Kostenzuschusses in Höhe von 6,1 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil für Stadt, Stadtwerke und Kreis 4,4 Millionen Euro. Legt man eine Verzinsung von vier Prozent und eine lineare Abschreibung von zehn Prozent zugrunde, so entstehen jährliche Kosten von 528.000 Euro in den ersten zehn Jahren. Bei einem Wärmebedarf von vier Millionen kWh für die öffentlichen Gebäude und 90 Prozent Wirkungsgrad sind dies 15 Cent pro kWh. Danach sinkt dieser Preis mit dem Wegfall der Abschreibungen.

„Pragmatisch, vernünftig und finanzwirtschaftlich sehr sinnvoll“ sieht bei mir anders aus. Ohne 6,1 Millionen Euro Zuschuss erhöhen sich die Kosten pro Kilowattstunde um mehr als das Doppelte. Bei einer Vollkostenrechnung mit 10,5 Millionen Euro komme ich erst bei neun Millionen kWh auf einen Preis von zwölf Cent pro kWh. Erst dann rechnet sich die Anlage, mit steigender Zahl von Abnehmern sinkt auch der Preis pro erzeugter Kilowattstunde.

Es gibt auch eine Alternative zur Planung von Kreis und Stadt. In Reken und auch in Borken werden erfolgreich öffentliche Gebäude von Landwirten mit Biogas und Strom versorgt. Es gibt sicher auch in Borken weitere Landwirte, die gern ein Angebot hierzu machen würden. Dies hätte den Vorteil, dass die Wertschöpfung vor Ort bleibt und dass weniger Methan von der Landwirtschaft in die Umwelt gelangt. Alternativlos ist die Abwasserwärmeplanung nicht. Es ist doch Pflicht der Kommunen, erst nach Lösungen zu suchen, von denen die Menschen hier profitieren, damit das wirtschaftliche Ranking des Kreises nicht noch weiter ins Hintertreffen gerät.“

Bernhard Humberg aus Weseke