„Jetzt braucht es meiner Meinung nach Beruhigung“

Von Judith Kolschen (aus Erle)

Leserbrief zum Bericht „Erler Schützen bleiben Männer-Verein“:

„Jetzt braucht es meiner Meinung nach Beruhigung“

So, am Samstag wurde auf der Generalversammlung des Erler Schützenvereins abgestimmt über den Antrag auf Satzungsänderung, der von etwas mehr als einem Dutzend Mitgliedern gestellt worden war. Die Mitgliedschaft von Frauen wurde mit deutlicher Stimmenmehrheit abgelehnt.

Für mich setzt sich damit zunächst einmal ein Punkt hinter das Thema, das seit zwei Jahren auf meine Initiative hin viel diskutiert worden ist.

Ich glaube, es hat sich schon etwas bewegt, immerhin waren 41 Männer für die Satzungsänderung. Trotzdem bin ich natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis, und mich erschreckt auch manches. Es gab in den letzten zwei Jahren einige unerfreuliche Erlebnisse, Feindseligkeiten und auf Fehlinformation beruhende Missverständnisse.

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Offensichtlich gibt es in manchen Kreisen auch einen massiven Gruppendruck. Gegensätzliche Diskussionen werden vermieden, oder sie werden unsachlich. Enttäuschend finde ich auch, wie viele Frauen gleichgültig sind. (Oder unter Druck stehen, bequem sind?) Aber gut, das hat sich eben gezeigt, und das akzeptiere ich. Genauso wie die Tatsache, dass sich die reaktionär Denkenden besser motivieren ließen, zur Generalversammlung zu kommen als die, die anders denken.

Jetzt braucht es meiner Meinung nach Beruhigung und Pause, ganz sicher jedenfalls für mich. Ich schaue auf die positiven Kontakte und Unterhaltungen, auf den unterstützenden Beitrag des Bürgermeisters, auf die Männer, die uns Frauen auf selbstverständlicher Augenhöhe begegnen. Denen sage ich Dankeschön, besonders auch dafür, dass sie offen zu ihrer Meinung stehen.

Ich werde gern das kommende Schützenfest feiern. Ich bleibe bei meiner Meinung und gehe weiterhin gern in den Austausch.

In diesem Sinne freue ich mich auf Mitte Juni.