Fernbleiben hat zu keinem Schaden geführt

Von Werner Holdschlag aus Heiden

Leserbrief zur BZ-Berichterstattung „Schalke geht vor Gemeinderat“ vom 9. Februar:

Fernbleiben hat zu keinem Schaden geführt

Politik oder Leidenschaft? Vor diese schwierige Abwägung sah sich diese Woche Ludger Derijck gestellt. So konnten es die Leser der BZ in der Samstagsausgabe lesen. Wie richtig berichtet wird, füllt Herr Derijck mehrere Ehrenämter aus und hat sich abgemeldet und seinen Vertreter gebeten, die Haushaltsrede zu übernehmen. Damit hat Herr Derijck dafür gesorgt, dass in der Gemeinderatssitzung seine und die Argumente der Fraktion vorgetragen werden. Wenn jemand wie Ludger Derijck so lange ehrenamtliche Politik betreibt und seine Prioritäten setzt, ist das nichts Verwerfliches. Es spielt keine Rolle, warum er nicht teilgenommen hat, wenn er dafür sorgt, dass die Argumente vorgebracht werden. Wir sprechen nicht vom Brexit-Abkommen und auch nicht vom deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.

Als langjähriger Leser der BZ nehme ich aktuell wahr, dass es der Redaktion nicht gefällt, Kommunalpolitik einvernehmlich auszuüben. Die Heidener erfüllt es mit Stolz, dass die Politik im Sinne der Bürger ausgeübt wird, und nicht rein nach Parteibuch, wie es bereits in einer Stellungnahme von Teilen unseres Gemeinderates zu lesen war. In Heiden hat das Ehrenamt einen sehr hohen Stellenwert und einzelne Mitbürger üben mehrere Ehrenämter aus. Wenn jemand

verantwortungsvoll mit der Erledigung der ihm aufgetragenen Aufgabe umgeht, darf er sicher selbstständig entscheiden, welchem Termin er den Vorrang gibt. Sein Verhalten hat zu keinem Schaden und auch nicht zum Nichtzustandekommen des Haushaltsplans geführt. Der vorliegende Plan ist das Ergebnis einer erfolgreichen monatelangen Gemeinderatsarbeit aller Beteiligten, und nicht das Ergebnis einer einzelnen Diskussionsrunde.Bleibt zu hoffen, dass diese Art der redaktionellen Arbeit nicht dazu führt, dass sich engagierte Bürger zurückziehen.