„Anfrage abgewiesen“

Von Dr. med. Leo Voss (aus Ahaus)

Leserbrief zu einer Studie der Bertelsmann-Stiftung: „Patienten verteilen überwiegend Lob – Wegweiser zu Krankenhäusern“.

„Anfrage abgewiesen“

Gute Noten für lokale Krankenhäuser sind ein Grund zur Freude. Wenn Klinik-Sprecher Rodig sagt: „Die Anforderungen an die Medizin werden immer größer“, so vergisst er leider ein anerkennendes Wort für die Mitarbeiter, die diese zu leisten haben. Immerhin wurde Erhalt der Arbeitsplätze, konkret in Stadtlohn, versprochen.

Die hiesigen Häuser liegen etwa im Bundesdurchschnitt. Der kann sich sehen lassen. Im Einzelnen kann die Statistik allerdings irritieren: Warum wurden für das Antonius-Hospital in Gronau mit 240 Betten 412 Stimmen abgegeben, für Bocholt-Rhede mit 595 Betten nur 181? Im Vergleich zu Ärzten und Pflege ist die Bewertung von Service und Organisation durchgehend etwas schlechter. Ein Patient oder auch die Bevölkerung spürt, wenn in den Strukturen Verbesserungsbedarf besteht. Könnte das auch im Klinikum Westmünsterland so sein? Als Mitglied des Caritas-Verbandes gelten hier die „Arbeitshilfen Nr. 182 Soziale Einrichtungen in katholischer Trägerschaft und Aufsicht“ der Deutschen Bischofskonferenz von 2014. Diese sehen in einer sehr zeitgemäßen, auch Mitarbeiter-bezogenen Weise Aufsichtsgremien vor, in denen sich die Einrichtung auch fachlich und in der Zusammensetzung der Mitarbeiter(innen ) widerspiegelt. Nicht alle Verantwortungsträger müssen der katholischen Kirche angehören. Soweit Presse- und Internetmitteilungen zu entnehmen, besteht der Aufsichtsrat des Klinikums aus neun Herren des wirtschaftlich-politisch-juristischen Bereiches, vermutlich alle katholisch. Ich bezweifele nicht ihre jeweilige berufliche Qualität, aber medizinische Kompetenz ist nicht erkennbar, kein Arzt oder Ärztin darunter oder überhaupt nur eine Frau. Welches Recht nimmt sich dieses Gremium, die bischöflichen Vorgaben zu negieren? Nicht nur meine Anfrage dazu an den Münsteraner Bischof Dr. Genn wurde von seinem Beschwerdemanagement (!) abgewiesen. Offensichtlich will man sich von niemandem in die Karten sehen lassen, schon gar nicht von Ärztinnen und Ärzten: Das mehrfach in Ahaus vom Ärzteverein dem Krankenhaus vorgeschlagene Gespräch über gemeinsame Themen und Probleme wird seit Jahren von Verantwortlichen blockiert.

Zukunftsorientiertes Management sieht anders aus.