Kreis Borken

Wegweiser für Selbstpflücker

Internetangebot listet mehr als 100 Standorte im Kreis Borken auf

Dienstag, 4. August 2020 - 15:00 Uhr

von Josef Barnekamp

Wer Obst am Straßenrand mitnehmen will, der sollte sich informieren, ob man das dort auch darf

Foto: Colourbox

Erst informieren, dann pflücken: Auf der Internetseite mundraub.org kann man nachschauen, wo in der Nachbarschaft man kostenlos Obst pflücken darf.

KREIS BORKEN. Leckere Pflaumen, saftige Birnen, rotbackige Äpfel: An vielen Bäumen am Straßenrand sieht es in diesen Wochen verlockend aus. Doch einfach mitnehmen darf man die Früchte der Obstbäume und die von den angrenzenden Feldern nicht. Darauf hat jetzt der rheinische Bauernverband hingewiesen. Viele Landwirte beklagten, dass neben Obst auch zunehmend Feldfrüchte wie Kartoffeln oder Kürbisse „geerntet“ würden, ohne sie zu bezahlen oder die Eigentümer vorher um Erlaubnis zu fragen. Der Verband bittet daher, auf die „Selbstbedienung“ zu verzichten und die Flächen und die darauf wachsende Lebensmittel sowie ihre Produzenten zu respektieren. Einfach Obst und Feldfrüchte mitzunehmen, sei kein Kavaliersdelikt, es sei schlicht verboten. Viele Landwirte böten außerdem Extra-Felder an, auf denen Früchte gegen Bezahlung gepflückt werden könnten. Gleichzeitig verweist der Bauernverband auf eine Übersicht im Internet, auf der man eine Vielzahl von Standorten von Obstbäumen, Brombeer-Hecken, Nusssträuchern oder auch Kräutern findet, die von ihren Besitzern zum Pflücken freigegeben sind.

Bundesweit mehr als 53.000 Standorte

Dort hat die Initiative „Mundraub“ bundesweit mehr als 53.000 Standorte eingetragen. Deutlich mehr als 100 Tipps für Selbstpflücker finden sich dabei mittlerweile auf dem Gebiet des Kreises. Das sind deutlich mehr als noch vor Jahren. Allein zwei Dutzend Hinweise für kostenloses Pflücken findet man für die Region rund um Borken, 20 sind es in und um Gescher, ebenfalls rund 20 im Bereich Ahaus und knapp zehn in und um Legden. Dabei haben nicht nur Privatleute die Standorte eingetragen, sondern auch Kommunen. Abgerundet wird die Karte durch Tipps zum Umgang mit den Pflanzen, einem Erntekalender und vielem mehr.

www.mundraub.org