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Kreißsaal Stadtlohn schließt

Klinikum Westmünsterland strukturiert Krankenhäuser um

Samstag, 3. November 2018 - 19:00 Uhr

von Stefan Grothues

Das Krankenhaus Maria Hilf in Stadtlohn ist dem Klinikum Westmünsterland beigetreten – mit weitreichenden Folgen und einer Umstrukturierung. So wird der Kreißsaal in Stadtlohn geschlossen.

Foto: Stefan Grothues

STADTLOHN/AHAUS. Der Beitritt des Stadtlohner Krankenhauses Maria-Hilf zum Klinikum Westmünsterland zieht weitreichende Veränderungen nach sich. Das haben Vertreter des Krankenhauses und des Klinikums auf einer Pressekonferenz erläutert. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Geburtshilfe von Stadtlohn nach Ahaus verlegt werden soll. Bei Bürgern und Mitarbeitern des Krankenhauses Maria-Hilf schlägt das hohe Wellen.

Die Stimmung sei emotional gewesen, berichten Teilnehmer der Mitarbeiterversammlung in Stadtlohn, die dem Pressegespräch vorausging. Wegen der geplanten Schließung des Kreißsaals in Stadtlohn herrsche große Betroffenheit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, doch sie sei „das Ergebnis einer genauen Analyse“, sagt Berthold te Vrügt, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Maria-Hilf Stadtlohn. Arbeitsplätze soll die Umstrukturierung nicht kosten. Eine Mitarbeiterversammlung hat es am selben Tag auch in Ahaus gegeben.

Neue Aufgaben inklusive Spezialisierung

Wie die Fachleute bei der Pressekonferenz erklärten, ergeben sich durch den Beitritt Maria-Hilfs für den Nordkreis Borken neue Möglichkeiten der Aufgabenverteilung und Spezialisierung. Und die forderten Bund wie Land, sagte Klaus Ehling als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Westmünsterland. Dabei gehe es vor allem um die Qualität der medizinischen Versorgung: Die Krankenhausstruktur müsse medizinischem Fortschritt, veränderter Demografie und Kostendruck Rechnung tragen. Prof. Dr. Norbert Roeder, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Münster, hat den Restrukturierungsprozess begleitet. Das Ergebnis nennt er einen „ganz großen Wurf“. Unterm Strich werde den beteiligten Standorten „nichts weggenommen, sondern dazugegeben – nämlich mehr Qualität“. Die werde durch Konzentration und Spezialisierung gesichert.

Drei neue Abteilungen in Stadtlohn

Der zeitliche Fahrplan steht im Detail noch nicht fest. Klar ist jedoch, welche Aufgaben zwischen Maria-Hilf und dem Ahauser St.-Marien-Krankenhaus neu verteilt werden: Stadtlohn gibt Geburtshilfe, Gastroenterologie und Orthopädie nach Ahaus ab; diese Abteilungen bilden dort künftige Schwerpunkte. Im Gegenzug werden in Stadtlohn neue Schwerpunkte gebildet: Kardiologie, Diabetologie und Pneumologie; diese Abteilungen wandern von Ahaus nach Stadtlohn. Die betroffenen Einheiten werden aus baulichen Gründen nicht vor dem zweiten Quartal 2019 zusammengelegt. Allein Orthopädie und Endoprothetik sollen bereits Anfang des Jahres in Ahaus zentralisiert werden. Insgesamt wechseln jeweils rund 20 Mitarbeiter des Ahauser Krankenhauses nach Stadtlohn und umgekehrt.

„Niemand muss für eine Blinddarm- oder Gallenoperation nach Ahaus“, stellt Ludger Hellmann als Geschäftsführer des Klinikums Westmünsterland mit Blick auf Stadtlohn klar. Maria-Hilf bleibe für alle Stadtlohner Patienten erste Anlaufstelle.

Was sagen die Bürgermeister?

Der Verlust der Geburtshilfe ist ein schmerzhafter Verlust für Stadtlohn“, kommentierte Stadtlohns Bürgermeister Helmut Könning die geplante Restrukturierung. „Der Schritt stärkt aber den Standort. Das ist gut für die Patienten und für die Stadt.“ Seine Ahauser Amtskollegin Karola Voß sagte auf der Pressekonferenz in Stadtlohn: „Das Klinikum sichert den Menschen im Nordkreis ein sehr gutes medizinisches Angebot. Die Neustrukturierung stärkt das Angebot für die Region. Die Wege sind vielleicht etwas weiter als in der Großstadt, aber sie sind genauso schnell zurückzulegen.“


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