Kreis BorkenFREI

Coronavirus: Stadt Ahaus wird Modellregion

NRW-Wirtschaftsminister stellt Projekte vor

Freitag, 9. April 2021 - 13:07 Uhr

von Christiane Hildebrand-Stubbe / Josef Barnekamp

Die Stadt Ahaus soll ab dem 19. April Modellregion werden. Dort können dann unter bestimmten Bedingungen und mit wissenschaftlicher Begleitung Öffnungen stattfinden. Dabei soll stets auf die Pandemie-Entwicklung geachtet werden.

Foto: Marcel Kusch

KREIS BORKEN. Die Stadt Ahaus ist eine von acht Regionen in NRW, die ab dem 19. April Corona-Modellregion werden. Das hat gestern NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart bekanntgegeben. Der Kreis Borken, der sich mit 25 weiteren Kreisen und 20 Städten beworben hatte, geht aber nicht leer aus. Falls die dann in der Modellkommune Ahaus ausprobierten Lockerungen funktionieren, könnten andere Städte und Gemeinde im Kreisgebiet diese ebenfalls übernehmen, hieß es gestern aus dem Kreishaus

Aber: Die Stadt Ahaus darf, zumindest teilweise und in beschränktem Rahmen, das öffentliche Leben erst wieder hochfahren, wenn der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert dort unter 100 liegt. Aktuell liegt er in Ahaus bei 33, im gesamten Kreis Borken bei knapp unter 100. Zu den ersten acht ausgewählten Regionen, die in der Modellphase wissenschaftlich begleitet werden, gehören neben der Stadt Ahaus die Kreise Coesfeld, Warendorf, Paderborn und Soest sowie die Städte Münster und Mönchengladbach.

Die Ahauser „Modellregion“ soll räumlich begrenzt werden. Angedacht sind bislang die Innenstadt wie auch so genannte „Point of Interests“: Gastronomie und Hotellerie, Freizeit- und Sporteinrichtungen, Schloss und Schlossgarten, Museen, Kino und andere Kultureinrichtungen, die unter bestimmten Bedingungen wieder geöffnet werden könnten.

Ein Pluspunkt, mit dem Ahaus mit der Bewerbung offenbar überzeugen konnte, sind die geforderten und vor Ort weit entwickelten IT-gestützten Prozesse zur Kontaktverfolgung. Dank des Systems Chayns der in Ahaus beheimateten Tobit-Labs sind viele digitale Prozesse in Ahaus längst Alltag. Was sonst in der Gastronomie oder bei Großveranstaltungen genutzt wird, vereinfacht in der Pandemie die Kontaktverfolgung oder die Vergabe von Schnelltestterminen. Zuletzt hatte Ahaus Ende März einen großangelegten Test für die Bevölkerung organisiert, bei dem sich rund 9000 Bürger testen ließen.

Was genau vor Ort umgesetzt werden kann und soll, darüber beriet der Verwaltungsvorstand der Stadt Ahaus im Anschluss an die Bekanntgabe. Bürgermeisterin Karola Voß sagte in einer ersten Stellungnahme: „Wir freuen uns über diese Entscheidung der Landesregierung und darauf, unsere Innenstadt wieder mehr und vor allem sicher zu öffnen. Wir bleiben vorsichtig – aber wir brauchen auch Perspektiven.“ Dass „nur“ noch die Stadt Ahaus als Modellregion genannt wird, nicht aber der gesamte Kreis Borken, der sich ebenfalls beworben hatte, nahm man im Borkener Kreishaus gelassen auf. „Wir sind hoch erfreut, dass Ahaus gefördert wird“, sagte Kreis-Sprecher Karlheinz Gördes auf Anfrage der Redaktion. Man sehe nicht, so Gördes, dass der Kreis durch den Zuschlag für Ahaus jetzt außen vor sei: „Das war sozusagen ein Huckepack-Projekt, das wir gemeinsam an das Land herangetragen haben.“ Landrat Dr. Kai Zwicker sagte: „Das vorgelegte Konzept mit vielfältigen digitalen Aspekten, die für verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche eine vorsichtige Lockerung der Corona-Beschränkungen ermöglichen sollen, hat in Düsseldorf offensichtlich überzeugt.“ Ahaus werde nun in einem ersten Schritt als Pionier vorangehen.

Unterdessen hat der Kreis Borken gestern die am 26. März neugefasste Coronaschutzverordnung bis 25. April verlängert. Sie sieht besondere Vorgaben für das Kreisgebiet vor, etwa das Einkaufen in Einzelhandelsgeschäften, die nicht Waren für den täglichen Bedarf anbieten, per „Click & Meet“. Details der Verfügung findet man unter www.kreis-
borken.de.

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