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Kreis Borken

Atommüll darf bis 2057 in Ahaus gelagert werde

Bezirksregierung verlängert Genehmigung

Freitag, 17. Juli 2020 - 11:00 Uhr

von Borkener Zeitung

Die Bezirksregierung Münster hat am Freitag, 17. Juli, die Genehmigung für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in Ahaus verlängert. Die beiden Unternehmen dürfen nun bis zum 31. Dezember 2057 radioaktive Stoffe im Zwischenlager lagern.

Foto: Archiv

Die Bezirksregierung Münster hat die Genehmigung zur Lagerung von radioaktivem Müll in Ahaus verlängert.

MÜNSTER/AHAUS. Die Bezirksregierung Münster hat den beiden Unternehmen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung und Brennelement-Zwischenlager Ahaus die Genehmigung erteilt, bis zum 31. Dezember 2057 sonstige radioaktive Stoffe im Abfall-Zwischenlager Ahaus zwischenzulagern, heißt es in einer Pressemitteilung. Die erteilte Genehmigung schließe nahtlos an die auf zehn Jahre befristete Erstgenehmigung an, teilt die Bezirksregierung mit.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die Zwischenlagergenehmigung spielt eine Rolle beim Rückbau der Atomkraftwerke in Deutschland, da hierbei in großem Umfang auch schwächer radioaktiv belastete Materialien anfallen. Die Endlagerung der Abfälle ist spätestens bis Ende 2057 im Schacht Konrad (Salzgitter) vorgesehen.“

Das Abfall-Zwischenlager befindet sich im westlichen Lagerbereich des Ahauser Zwischenlagers. Dort werden bereits seit 2010 Abfälle, Reststoffe sowie Anlagenteile mit schwächerer bis mittlerer Radioaktivität gelagert. Diese sind beispielsweise Bauschutt, Kabelreste, Dämmstoffe und Metallteile aus dem Betrieb und dem Rückbau von deutschen kerntechnischen Anlagen.

Wie gelangen die Stoffe nach Ahaus?

Bevor die Abfälle in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden, werden diese unter festgelegten Bedingungen vorbehandelt und in genehmigte Abfallbehältern verpackt. Der westliche Teil des Zwischenlagers ist von dem im östlichen Lagerbereich betriebenen Brennelement-Zwischenlager Ahaus für hochradioaktive Abfälle abgegrenzt. Die aktuelle Genehmigung hat keine Auswirkungen auf den Teil mit den hochradioaktiven Abfällen.

Die Bezirksregierung erläutert, dass der neuen Genehmigung ein umfangreiche Beteiligung der Öffentlichkeit vorausgegangen sei. So habe man sich mit den zahlreichen Fragen, Anregungen, Anträgen, Einwendungen und Einschätzungen der umliegenden Gemeinden, Anwohner, Umweltverbände und aller Interessierten sowie der Träger der öffentlichen Belange und weiterer Behörden intensiv auseinandergesetzt. Dabei wurden durch Gutachtern mögliche Auswirkungen der Lagerung auf Mensch, Natur und Umwelt überprüft.

Mit der neuen Genehmigung erhielten die beiden Unternehmen zudem eine Reihe von Auflagen. Diese werden in der Pressemitteilung nicht weiter erläutert.

Die Genehmigung wird am 24. Juli im Amtsblatt sowie in den einschlägigen regionalen Tageszeitungen bekannt gegeben. Ab diesem Tag wird sie auch in den Gebäuden der Bezirksregierung Münster und der Stadt Ahaus für die Dauer von zwei Wochen ausgelegt. Die Genehmigung ist ebenfalls ab dem 24. Juli online auf der Internetseite der Bezirksregierung abrufbar.