Kreis BorkenFREI

51 Verstöße – gut ein Drittel mehr als 2020

Kontrollen in Lebensmittelüberwachung erfolgen unangemeldet

Montag, 24. Januar 2022 - 20:00 Uhr

von Borkener Zeitung / pd

51 schwerere Verstöße gegen das Lebensmittelgesetz ermittelte das Team der Lebensmittelüberwachung des Kreises Borken im Jahr 2021. Das waren gut ein Drittel mehr als im Jahr davor. Der Kreis bilanziert die Arbeit der Kontrolleure.

Foto: dpa

Genau hinsehen: Verstöße gegen Vorschriften ziehen in den meisten Fällen Bußgelder nach sich.

KREIS BORKEN. Die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung des Kreises Borken sind im Vorjahr bei ihren unangemeldeten Kontrollen fündig geworden: Sie stellten 51 Verstöße fest – gut ein Drittel mehr als im Jahr 2020 (37 Verstöße). Diese hatten Nachkontrollen, Bußgeld oder Ordnungsverfügungen zur Folge. Das teilte der Kreis Borken mit.

Es erfolgten 2987 (2020: 2845) Kontrollen in 2121 (2020: 1866) Unternehmen. 4476 (2020: 4131) waren registriert. Trotz der Corona-Beschränkungen konnte der Routinebetrieb „weitgehend aufrechterhalten werden“, heißt es – unter Einhaltung der Hygieneregeln.

In weiteren 709 (2020: 822) Betrieben wurden bei den Kontrollen geringfügigere Mängel festgestellt. Die Kontrolleure beanstandeten Mängel in der Betriebs- und Personalhygiene, im Betriebsablauf, bei den Eigenkontrollen sowie bauliche Mängel. Das Team der Lebensmittelüberwachung nahm in den Betrieben 2110 (2020: 2070) amtliche Proben, von denen 284 (2020: 329) beanstandet wurden. Festgestellt wurden dabei vor allem Kennzeichnungsmängel.

In vielen Fällen können Mängel eingedämmt werden

„Durch Beratungen, Belehrungen und Nachkontrollen versuchen wir, die Mängel einzudämmen, und in vielen Fällen gelingt das auch“, erläutert Dr. Christian Strotmann, Abteilungsleiter im Fachbereich Tiere und Lebensmittel. In manchen Fällen sei ein weiteres Einschreiten erforderlich, wie die Erteilung von Verwarn- und Bußgeld oder in schwerwiegenden Einzelfällen die Anordnung von vorübergehenden Betriebsschließungen.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert gewerbliche Betriebe, die Lebensmittel herstellen oder verkaufen. Im Kreis Borken sind das zum einen größere Lebensmittelproduzenten, zum anderen aber auch zahlreiche Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Fleischereien und die Gemeinschaftsverpflegung.

Die Lebensmittelüberwachung kontrolliert auch die Produktion und den Verkauf anderer Artikel des täglichen Bedarfs wie Kosmetika und Tabakerzeugnisse, berichtet der Kreis.

Eine Zunahme war demnach im vergangenen Jahr bei den sogenannten EU-Schnellwarnmeldungen mit zum Teil öffentlichen Produktrückrufen zu beobachten. Im Jahr 2021 sind 129 EU-Schnellwarnmeldungen eingegangen, die ein sofortiges Tätigwerden erforderten.

Kontrollen finden grundsätzlich unangemeldet statt. Ziel dabei ist es, die allgemeine Hygiene bei der Herstellung und beim Umgang mit Produkten sicherzustellen, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen.

Wie oft ein Betrieb dabei von den Kontrolleuren aufgesucht wird, hängt von der individuellen Risikobewertung des Betriebes ab. In der Regel müssen beispielsweise Kioske nur alle zwei bis drei Jahre mit einer Kontrolle rechnen, während Metzgereien im Schnitt zwei Mal jährlich besucht werden.

Im Jahr 2021 sind 73 Verbraucherbeschwerden eingegangen. Bei 20 Beschwerden hat sich aufgrund der Kontrolle herausgestellt, dass sie berechtigt war. „Verbraucher können Beschwerden einreichen, wenn sie verdorbene oder minderwertige Lebensmittel gekauft haben oder die Produktionsbedingungen in einem Betrieb für mangelhaft halten“, sagt Christian Strotmann.

Bürger können sich im Internet unter www.kreis-borken.de/lebensmittelueberwachung-und-verbraucherschutz informieren. Das gilt ebenso für Gewerbetreibende.

Außerdem bietet der Kreis Borken nach Terminvereinbarung Beratungen an, Telefon 02861/681-3818.