Heiden

SPD Heiden möchte mehr Anerkennung für das Ehrenamt

Ziele für die kommenden Jahre

Donnerstag, 10. September 2020 - 10:00 Uhr

von Gabi Kowalczik

Ortsverein und Fraktion der Sozialdemokraten in Heiden möchten den Kurs von Bürgermeister Hans-Jürgen Benson in den kommenden Jahren beibehalten, auch wenn dieser sein Amt bald abgibt. Dazu gehören etwa das Abbauen finanzieller Altlasten und der Umgang mit Flüchtlingen. Die SPD hat sich aber noch mehr vorgenommen.

Foto: BZ-Archiv

Der Fraktionsvorsitzende Thomas Wehner (links) und der Ortsvereinsvorsitzende Jan Kemper setzen auf Mitsprache.

HEIDEN. Für SPD-Bürgermeister Hans-Jürgen Benson ist zwar bald Schluss, Ortsverein und Fraktion der Sozialdemokraten in Heiden möchten viele Dinge aber in Bensons Stil weiterführen, wie der Ortsvereinsvorsitzende Jan Kemper und der Fraktionsvorsitzende Thomas Wehner im Gespräch mit der Borkener Zeitung sagen. Als konkretes Beispiel nennt Kemper den Umgang mit Flüchtlingen, die nach Heiden gekommen sind. „Sie waren von Anfang an dezentral untergebracht, und die Integration hat hier super funktioniert“, bilanziert der 40-Jährige. „Viele sind so gut in der Gemeinschaft angekommen, dass sie zum Beispiel bei der Eröffnung des Ludgerus-Castle mit angepackt und sich eingebracht haben. Falls es noch einmal so eine Flüchtlingswelle geben sollte, sollten wir da in der Gemeinde wieder genauso mit umgehen.“ Wehner stimmt zu: „Da hat der Bürgermeister sofort den richtigen Weg eingeschlagen. Für die Geflüchteten und auch für die Heidener war die dezentrale Unterbringung gut“ Auch beim Abbau finanzieller Altlasten wolle die SPD den von Benson eingeschlagenen Kurs weiterführen.

Anerkennung von Ehrenamt

Für die kommende Ratsperiode haben sich die Sozialdemokraten viele weitere Ziele gesetzt. Eines davon ist mehr Anerkennung für die vielen Ehrenamtlichen, die sich in Gruppen und Vereinen engagieren. „Ehrenamt ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer Gesellschaft, ohne Ehrenamt ginge vieles nicht“, ist Jan Kemper überzeugt. Als eine Möglichkeit, die Arbeit freiwillig tätiger Menschen mehr zu würdigen, nennt er die Einführung einer Ehrenamtskarte, mit der Ehrenamtler Vergünstigungen erhalten.

Bei der Entwicklung künftiger Wohngebiete müsse umgedacht werden, so Kemper weiter. „Nicht nur Doppelhaushälften, sondern auch mehr kleine Wohnungen. Am besten solche, die für einen jungen Erwachsenen genauso geeignet sind wie für Rentner, damit sie flexibel vermietet werden können.“ Flexibler müsse das Denken auch bei Angeboten für Familien werden, findet die SPD. Familienmodelle würden sich ebenso verändern wie die Bedarfe bei Betreuungszeiten, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Dem müsse bei Dingen wie zum Beispiel Kita-Zeiten oder Übermittagsbetreuung Rechnung getragen werden.

Für mehr Bürgerbeteiligung spricht sich auch die SPD aus. Ein Jugendparlament nennt Jan Kemper als eine Möglichkeit dazu. „Oder eine Gesprächsrunde, in der neben Politik und Verwaltung auch Unternehmer oder Vereinsvertreter vertreten sind.“ Es sei wichtig, Gremien zu bilden, in denen Bürger sich einbringen können. „Ratsmitglieder können nicht alles wissen“, sagt Kemper. Neben festen Gremien könnten aber auch zu bestimmten Themen mehr Mitsprachemöglichkeiten für Bürger geschaffen werden, ergänzt Thomas Wehner. „So wie sich Jugendliche bei der Umgestaltung des Gartens am Ludgerus Castle eingebracht haben.“

Tempo 30 im gesamten Ortskern

Mobilität ist nach Ansicht der SPD ein weiteres wichtiges Thema für die kommenden Jahre. „Die Anbindung an die Taktung der Regionalbahnen ab dem Haltepunkt Marbeck-Heiden könnte verbessert werden“, ist der Ortsvereinsvorsitzende überzeugt. Im Hinblick auf den Ortskern spricht sich Kemper für eine komplette 30er-Zone aus, die seiner Ansicht nach auch die Fahrradfreundlichkeit verbessern würde.

Nachhaltigkeit sei ein Thema, das bei allen Entscheidungen und Planungen mitschwingen müsse. „Wir müssen Natur erhalten und auf erneuerbare Energien setzen, wo es geht, dabei aber den Bürgerwillen berücksichtigen“, sagt Kemper. Auch ein Vorantreiben von Digitalisierung sei da angebracht, „wo es geht“. Dabei dürfe in einem Ort wie Heiden der persönliche Kontakt nicht aus den Augen verloren werden.