Heiden

Drei Fragen an die Bürgermeisterkandidaten in Heiden

Die Pläne für den ersten Arbeitstag stehen

Freitag, 11. September 2020 - 12:00 Uhr

von Gabi Kowalczik

Andreas Berger wurde als Parteiloser von der SPD zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt und wird von den Grünen unterstützt, Dr. Patrick Voßkamp geht für die CDU ins Rennen um die Nachfolge von Hans-Jürgen Benson und hat dabei die UWG auf seiner Seite. Am kommenden Sonntag entscheiden nun die Heidener Wähler, wer von beiden neuer Verwaltungschef im Heidener Rathaus wird. Vorab haben beide Kandidaten einen mehr oder weniger hypothetischen Blick in die Zukunft gewagt.

Foto: Lars Johann-Krone

Andreas Berger (links) und Dr. Patrick Voßkamp am Abend der Podiumsdiskussion mit der BZ.

Andreas Berger stellt sich vor

Wie werden Sie den Wahlsonntag verbringen?

Andreas Berger: Am Wahltag sind wir zum Frühstück eingeladen. In gemütlicher Runde werden wir den aufregenden Tag starten. Gegen Mittag werde ich dann mit meiner Frau und unseren Kindern wählen gehen. Nachmittags werden wir nochmal die Ruhe genießen und zu den Teufelsteinen spazieren. Der Höhepunkt der Nervosität ist vermutlich um 18 Uhr erreicht. Dann werden wir im Haus der Begegnung auf die Ergebnisse warten. Der Tage endet mit einem Rückblick auf die letzten Monate und dem ein oder anderen Kaltgetränk.

Angenommen, Sie werden Bürgermeister: Was wäre voraussichtlich Ihre erste Amtshandlung an Ihrem ersten Arbeitstag?

Andreas Berger: Wenn ich zum Bürgermeister gewählt werde, dann werde ich mich am ersten Tag direkt in die Arbeit stürzen. Ich werde mir einen Überblick über die noch nicht geschlossenen Akten machen und mir diese vornehmen. Ab der ersten Seite werde ich die Akten lesen und mit den Betroffenen sprechen. Probleme und Aufgaben müssen ganz schnell angegangen werden. Zudem möchte ich die Probleme und Anregungen zügig anpacken, die mir die Bürger in den zahlreichen Gesprächen mitgeteilt haben.

Angenommen, Sie werden nicht Bürgermeister: Wie geht es dann für Sie weiter, beruflich wie auch politisch?

Andreas Berger: Entgegen den Gerüchten, ich wurde gekündigt oder habe gekündigt, habe ich mit meinem Arbeitgeber vereinbart, dass wenn ich nicht zum Bürgermeister gewählt werde, ich meine Arbeit weiter ausüben kann. Wie die weitere berufliche Zukunft aussieht, wollen wir dann besprechen. Fest steht, dass ich mich auch nach der Wahl politisch für Heiden einsetzen werde. Als parteiloser sachkundiger Bürger möchte ich mitarbeiten. Ich möchte Ideen einbringen und mitgestalten.

Andreas Berger stellt sich vor

Dr. Patrick Voßkamp stellt sich vor

Wie werden Sie den Wahlsonntag verbringen?

Dr. Patrick Voßkamp: Ich habe ja schon häufiger gesagt: „Lokalpolitik ist Mannschaftssport“. Und so trifft sich am Sonntagmorgen unser ganzes Team aus Vorstand, Fraktion und Wahlteam zu einem gemeinsamen Frühstück, um das „Projekt Wahlkampf“ gemeinsam zu beenden – natürlich unter Beachtung der geltenden Corona-Bestimmungen. Anschließend ist Familienzeit.

Angenommen, Sie werden Bürgermeister: Was wäre voraussichtlich Ihre erste Amtshandlung an Ihrem ersten Arbeitstag?

Dr. Patrick Voßkamp: Als erste Amtshandlung kommt ein Familienfoto auf den Schreibtisch. Dann geht es los mit der Amtsleiterrunde und einem Treffen mit dem Personalrat, um vom ersten Tag an den Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit nach dem Landespersonalvertretungsgesetz zu leben.

Danach stelle ich mich allen Mitarbeitern des Rathauses vor. Das Rathaus ist der Maschinenraum der Kommunalpolitik. Da müssen wir uns kennen und aufeinander verlassen können. Nachmittags dann Antrittsbesuch bei den Kirchengemeinden.

Angenommen, Sie werden nicht Bürgermeister: Wie geht es dann für Sie weiter, beruflich wie auch politisch?

Dr. Patrick Voßkamp: Statt Ratssaal heißt es dann Hörsaal. Ich bliebe weiter an der Universität tätig. Allerdings wäre nach 16 Jahren mit der Kommunalpolitik Schluss. Denn ich kandidiere aus voller Überzeugung und aus Leidenschaft ausschließlich als Bürgermeister und trete nicht auch in einem Wahlbezirk an.

Da bei der Bürgermeisterwahl kein Unentschieden vorgesehen ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder trauen die Heidener mir diese Aufgabe zu oder nicht. Wenn sie mir das Bürgermeisteramt nicht zutrauen, wäre es nur folgerichtig, den Platz im Rat zu räumen. Ich klebe nicht an Sesseln.

Dr. Patrick Voßkamp stellt sich vor