Das Wetter in
Borken
Heute
4°/10°
Borken

Wenn die Pumpe nicht mehr kann

Rund um das Thema Herzgesundheit

Donnerstag, 14. November 2019 - 15:04 Uhr

von Martina Middeke

Bei der BZ-Abendsprechstunde in der fast vollbesetzten Stadthalle standen Experten Rede und Antwort.

Foto: Martina Middeke

Dr. Marcus Wieczorek beantworte eine Frage des Moderators.

BORKEN. Rund um die Themen Herzgesundheit und Herzerkrankungen drehte sich die BZ-Abendsprechstunde am Mittwoch in der nahezu vollbesetzten Stadthalle. Bereits zum 28. Mal hatten die Zuschauer die Gelegenheit, mehr aus erster Hand zu erfahren und ihre Fragen zu stellen.

„Das Herz ist eine geniale Pumpe. Auch wenn Sie nach dem Sport erschöpft sind, Ihr Herz ist es nicht, es pumpt.“ So startete der Chefarzt der Inneren Medizin im Borkener St.-Marien-Hospital, Dr. Alexander Brock, seinen Vortrag. Er sprach über den Aufbau und die Funktion des Herzens. „Ohne ständige Herzaktion ist kein Leben möglich“, sagte er und verdeutlichte, wie wichtig es, sei, dass Ersthelfer durch Reanimation die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrückten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheiten und sind in Deutschland Todesursache Nummer eins.

Rund 400 Gäste konnte BZ-Moderator Edgar Rabe an diesem Abend begrüßen. Er nannte gleich zu Beginn eine beeindruckende Zahl: „1,71 Millionen Menschen sind im Jahr 2017 in Deutschland mit einer Herzerkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden.“ Die Statistik zeige, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien viele betroffen.

Gute Kooperation

Die Besucher erfuhren viel über die Arbeit in der Notaufnahme. „Reden und untersuchen ist dort wichtig. Durch Befragung kommen wir in 70 bis 80 Prozent der Fälle zum richtigen Ergebnis“, so Dr. Brock. Er erklärte die weiteren Untersuchungen in der Notaufnahme und lobte die gute Kooperation mit der Klinik in Bocholt. „Durch die hervorragende Zusammenarbeit in der Kardiologie innerhalb des Klinikums ist eine optimale Versorgung für jeden Patienten gewährleistet“, schloss er.

Dem schloss sich der Chefarzt der Kardiologie im Bocholter St.-Agnes-Hospital, Dr. Marcus Wieczorek, an: „Wenn das Herz aus dem Takt kommt, das Vorhofflimmern“, so lautete der Titel seines Eingangsvortrages. „Das Vorhofflimmern ist ein relevantes Problem, das mit steigendem Alter immer mehr Menschen betrifft“, sagte er. Er erklärte die Symptome und die Folgen. Ein Blutgerinnsel, das sich durch Vorhofflimmern gebildet hat, könne – ganz plötzlich – aus der Herzkammer über die Blutbahn zum Hirn wandern, dort ein Gefäß verstopfen und einen Schlaganfall auslösen.

28. BZ-Abendsprechstunde: Thema Herz

„Eine Heilung allein durch Medikamente ist beim Vorhofflimmern nicht möglich, aber sie können im Vorfeld etwas tun“, betonte Dr. Wieczorek. „Zweimal am Tag den Puls messen, selber oder durch eine Pulsuhr, und die Werte notieren. Wenn der Puls unregelmäßig und zu hoch ist, gehen Sie zum Arzt“, empfahl der Kardiologe. Diese Statistik-Selbsthilfe sei in Skandinavien gang und gäbe, so Wieczorek – und eine sehr zu empfehlende Methode.

Der Bocholter Chefarzt erläuterte darüber hinaus die medikamentöse Behandlung bei Vorhofflimmern sowie die Verödungsbehandlung (Ablation), die er und sein Team in Bocholt hundertfach pro Jahr anwenden. „Wir haben darin 17 Jahre Erfahrung, und in 75 Prozent der Fälle kann die Störung mit nur einem Eingriff beseitigt werden. In 98 Prozent der Fälle gab es keine Komplikationen. Wenn es welche gab, dann nur leichte“, erklärte er weiter.

Vorheriges Bild Bild von Nächstes Bild
Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Hererkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Hererkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Die 28. BZ-Abendsprechstunde drehte sich rund um Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

© Martina Middeke

Karl-Heinz Ebbing stellte das Angebot des Herzsportvereins vor. In verschiedenen Gruppen wird mit unterschiedlicher Belastung trainiert. Dabei geht es um Ausdauer, Kraft und Koordination. Bei den Übungsstunden ist immer ein Arzt anwesend. Erst kürzlich hatte der Verein Reanimationsübungen für Mitglieder und Partner angeboten (die BZ berichte).

Es geht um Ausdauer, Kraft und Koordination

In der Fragerunde berichteten Zuschauer von ihren Erkrankungen und Behandlungserfahrungen. Sie stellten Fragen zu verschiedenen Medikamenten – insbesondere zu Marcumar und anderen Blutverdünnern oder zu Lipidsenkern, die eingesetzt werden, um die Cholesterinwerte zu verbessern. „Ist Herzinfarkt erblich?“, war eine weitere Frage: Es gebe kein Gen dafür, aber es gebe familiäre Häufungen, betonten beide Ärzte. Sie nahmen sich die Zeit, weitere Fragen über die Dauer von Medikamenten-Einnahme, notwendige Arztbesuche und Behandlungsmethoden zu beantworten. Zum Abschluss lud Dr. Wieczorek die Zuschauer zur Rhythmussprechstunde nach Bocholt ein. Die finde zweimal wöchentlich statt.

Heute antwortet Dr. Alexander Brock von 13 bis 14 Uhr bei einer Telefonsprechstunde (02861/79-1003) auf Ihre Fragen.

Foto: Martina Middeke

Das Publikum befragte die Runde um BZ-Moderator Edgar Rabe: Karl-Heinz Ebbing vom Herzsportverein Borken (2.v.l.), Dr. Alexander Brock, Chef-Internist im Borkener Krankenhaus (2.v.r.) und Dr. Marcus Wieczorek, Chef-Kardiologe am St.-Agnes-Hospital Bocholt


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.